Wie löse ich ein Problem von dem ich überhaupt keine Ahnung habe?!! (Teil 2/3)
Im ersten Teil habe ich mir ein paar grundsätzliche Gedanken über Strategien zur Lösung beruflicher und persönlicher Probleme gemacht habe. “Anfangen” ist das Hauptproblem und gleichzeitig die Lösung für die meisten unserer Probleme. Viele werden jetzt sagen, das weiß ich doch auch! Glaubt mir, es kann nie schaden sich die Bedeutungen vom “Anfangen” vor Augen zu führen… Teil 2: Problemzone „Anfang“ Nichts ist so schwierig wie Anfangen. Sei es eine Beziehung, eine Hausarbeit, eine Band, eine Firma. Das Schwierigste ist der erste Schritt. Das erste Hallo, die erste Mail. Beim Anfangen gibt es zwei grundlegende Probleme: 1. sofort anfangen ohne nachzudenken 2. soviel nachzudenken, dass man nie anfängt Fall 1 ist schon gefährlich, doch Fall 2 bringt gar nichts. Wenn du nie anfängst, wird nie etwas passieren. Beispiele zu diesen beiden Fällen findet man in allen Bereichen des Lebens:
- Beziehungen Wenn man nie fragt wird auch nie was klappen. Aber einmal nachdenken kann auch nicht schaden.
- Tanzfläche Wie oft steht man im Club und wartet auf den perfekten Track. Am Anfang ist es noch zu leer auf dem Dancefloor, der nächste Song ist zu langsam, der übernächste zu mainstreamig, den hab ich noch nie gehört und endlich kommt der perfekte Song und jetzt ist es zu voll oder es war der Letzte.
- Bands Ich kenne viele Jungmusiker, die nach drei Gitarrenstunden 2-3 Gleichgesinnte, mit eben solch handwerklichen Fähigkeiten gefunden haben und dann nach einer langen inspirierenden Nacht, die häufig von motivierenden Getränken bestimmt war, sofort am nächsten Tag einen Auftritt klar gemacht haben.
Ich durfte einige dieser Auftritt erleben… interessant – mehr wusste ich manchmal auch nicht dazu zu sagen. Trotzdem, sie haben angefangen und zu mindest etwas über angewandte Mathematik gelernt. Nämlich das eine halbe Stunde auf der Bühne manchmal unendlich lang sein kann. Glaubt mir dieses Gefühl wirst du nie vergessen, wenn du da stehst und siehst wie dich alle verständnislos angucken und du schließlich merkst, dass sogar deine Eltern anfangen dir Zeichen geben zu gehen. Das brennt sich ein und dir wird klar, entweder du übst oder wechselst besser die Stadt. Das Gegenteil sind Sätze wie: „Lass uns erst einmal alles planen und wenn wir uns 100% sicher sind und alles einmal durch gespielt haben, dann fangen wir an.“ Nie werdet ihr anfangen. Nie! Denn nach 6 Monaten intensiver Probe werdet ihr feststellen, dass 60% der Songs Schrott sind. Erstaunlich ist: Egal wie lange ihr probt – immer sind 60% der Songs Schrott. Aber da ihr perfekt sein wollt, schreibt ihr neue. Mittlerweile ist aber der Bassist mit der Ex des Gitarristen zusammen, der Elektronik-Spezialist hat raus bekommen, dass er seine Mixe viel besser alleine verkaufen kann und der Schlagzeuger hat heimlich Klingeltöne verkauft und zieht nach Berlin. Glaubt mir, egal mit was du im Leben an anfangen willst, ob mit einer Band, einer Firma oder einer Beziehung.
Wenn du erst anfängst, wenn du dir 100% sicher bist, wirst du nie anfangen. Fazit: Du musst anfangen – jetzt!
Schreib dich ein, beginne eine Lehre. Aufhören kannst du noch immer. Fang lieber mal was Falsches an als nie etwas. Wir leben zum Glück in einem Land, wo dir keine Hände abgehackt werden, wenn du etwas falsch machst. Und das meine ich wirklich so! Im nächsten und letzten Teil rund ums Anfangen möchte ich euch ein paar Tipps geben, wie man sich das Anfangen erleichtern kann. Mehr dazu am Montag…

Sehr passende Verlinkung bei deinen Beispielen in Sache Fall 2 bei “Bands” *g*
lustigerweise fang ich, falls ich irgendwas schreiben muss, meistens in der Mitte an und arbeite mich dann zum Anfang vor..
also ist mein Tipp zum anfangen nicht am Anfang anzufangen
Freu mich auf den 3. Teil
LG
Hi Nicole, da hast du recht. Gerade wenn man am ersten Satz ewig sitz….. @ Verlinkung Bands / Punk: ich bin mit solcher Musik groß geworden (zumindestens mit den Nachwirkungen) und selbst da hat man gemerkt wer sich Gedanken gemacht hat und wer nicht. Hier gings weniger über das handwerklichen Können, aber sehr wohl über eine intensive Auseinadersetzung mit dem was man tat. Und die Bands, die länger durchgehalten haben, konnte später sogar Gitarre spielen. Ob sie es wollten oder nicht.
@ 3.Teil: Bin gespannt, ob der nächste Teil weiter hilft….. Gruß
Das mit der Band hat mir tatsächlich einige (schmerzhafte) Flashbacks eingebracht. Der einzige Unterschied: wir haben angefangen, uns dann dummerweise in alle Himmelsrichtungen (England, Australien, Ungarn, Iran) verstreut. Trotzdem singe ich passabel und habe noch nicht einmal aufgehört, Gitarre zu spielen. Weil ich ANGEFANGEN habe, schätze ich. Herr Deuser, du bist manchmal erschreckend weise.
Beste Grüße!
Hi Mathias, manche Dinge weiß man nur, weil man sie selbst erlebt hat…….aber ich bin noch nicht soweit über diese Erfahrung zu schreiben. ……Gruß
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