Stand-up A-Z: W wie Wertigkeit von Gags

Nicht jeder Gag ist gleich viel wert. Wie habe ich das zu verstehen, bzw. wie soll man die bewerten?
Alf Poier hat seinen Papptafeln Gag-Noten zugeordnet. 1er-, 2er-, 3er-Gags und zusätzlich Plus und Minus.
Nach einem 1er-Gag kommt nie direkt ein 1er sondern ein bis zwei 2er-Gags. Zuerst muss er die Zuschauer knacken, mit den 2er baut er sie weiter auf und wenn dann das Publikum lacht reicht oft ein 3er-Gag. Aber spätestens dann muss wieder ein 1er folgen.
1er-Gags sind nicht nur lustig, sondern sie eröffnen neue Themen und bestechen durch einen höheren Überraschungsfaktor, sprich sie sind origineller.
Es gibt Gags, die machen dich zum Star, und es gibt solche, die machen dich zum Hanswurst. Die guten Gags sind die, über die man lacht und später noch positiv spricht (siehe früherer Artikel über Nachhaltigkeit und Comedy).
Die schlechten Gags sind die über die man lacht und fünf Sekunden später denkt: „Bah, wie doof.“
Gerade Gags, die ständig unter die Gürtellinie zielen, erzielen diesen Effekt. Aus einem mir nicht nachvollziehbaren Grund lacht man sofort über solche Witze, was dazu führt, dass der Künstler sie als Erfolg verbucht. Doch zum Glück sind die Zuschauer nicht so blöd wie sie oft behandelt werden. Nur weil sie lachen, heißt das lange noch nicht, dass sie alles toll finden.
Später höre ich dann von Comedians: „Verstehe ich nicht. Die haben doch die ganze Zeit gelacht, warum kommen nicht mehr Leute in meine Shows?“ Nachhaltigkeit!
Es reicht nicht nur die Zuschauer zum Lachen zu bringen, du musst dich bei ihnen einbrennen! Und dafür braucht es eben nicht nur schnelle, sondern auch besondere Gags.
Nur weil ich das so erkläre, heißt das noch lange nicht ich würde das auch immer richtig machen. So ein schneller Lacher ist schon verlockend!

Das Gag-System hört sich ja schon fast nach richtiger Wissenschaft an…aber meistens fehlt jemanden ja die nötige Einschätzung seiner Gags, um diese in eine der Kategorien einordnen zu können, da liegt wohl die Problematik
Irgendwie hab ich das Gefühl, dass die meisten erfolgreichen Comedians die eher schnellen und manchmal ja auch sehr plumpen Gags bevorzugen und damit anscheinend auch sehr gut fahren.. denn man kann ja selber die schnellen und blöden Gangs weitererzählen, wodurch der Comedian den Bekanntheitsgrad bekommt, oder?
Achja, besonders lustig find ich das Stand-Up A-Z mit “W” anzufangen… Weiter so
LG
Nicole
…natürlich ist die Selbsteinschätzung schwierig, wichtig ist nur zu kapieren, dass dich nicht jeder Lacher automatisch weiter bringt..
@ plumpe Gags: ich glaube das ist ein Trend, der auch wieder abebbt.. Es kommren auch andere Zeiten.
@ W: nächste Woche kommt P.
Gruß KJ
[...] Für mich ist die Förderung neuer Künstler und das Schaffen von Räumen in denen neue Dinge entstehen können eine Selbstverständlichkeit. Kunst und dazu zähle ich auch Comedy, kann nur überleben, wenn sie sich ständig weiterentwickelt. [...]
[...] zu verstehen, bzw. wie soll man die bewerten? Antworten gibt es im Videoclip. Einen ausführlichen Artikel zum Thema hatte ich im Juni [...]
Kommentar abgeben!
Info
Deuser or Die - das Comedy-Blog
Das Blog ist die Plattform für neue Ideen, exklusive Interviews, regelmäßige Kolummnen und interessante Reviews die eines gemeinsam haben - es geht um Comedy.
Für Deuser or Die schreiben und produzieren:
Knacki Deuser, Chris Liebig, Das Stille Wörtchen, Die Herren Vorragend und Steve Dix
Alles weitere zum Blog erfahrt ihr hier.
Letzte Kommentare
Knackis Buch
Blogroll
Business
Comedy
Medienrauschen
Netzwerk