Jugenderinnerungen: „Komiker werden?“ (3/3)
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Der große Durchbruch
Ich bin mir sicher, ohne all die Erfahrungen meiner Jungendzeit hätte ich nie die emotionale Tiefe meiner Darbietungen finden können. Doch mein eigentlicher Durchbruch als Schauspieler kam in der 12. Klasse.
Meine erste Hauptrolle. „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare und ich bin einer der zwei jugendlichen Helden – Demetrius. Dank eines selbst entworfenen Kostüms meiner Schwester (bordeauxrote Cordhose, Oberteil des Standesamtkostüms meiner Mutter und einer Kette mit kleinen Glöckchen, damit man meine Aufgänge immer hören konnte) setzte ich schon früh entscheidende Impulse im Stück. Außerdem brachte der Kajalstrich unter meinen Augen die nötige verruchte Ausstrahlung.
Mein erster richtig großer Liebesmonolog (vor mir, meine Angebetete):
„O Liebste! Schönste, Göttin meiner Wahl!
Womit vergleiche ich deiner Augen Strahl?
Kristall ist trübe. Oh, wie reifend schwellen
Die Lippen dir, zwei küssende Morellen!
Und jenes dichte Weiß, des Taurus Schnee,
Vom Ostwind rein gefächelt, wird zur Kräh,
wenn du die Hand hebst. Lass mich dies Siegel
der Wonnen küssen, aller Reinheit Spiegel.“
O.k. natürlich war das Stück für die Schulaufführung gekürzt worden. Und auf dem ersten mir bekannten Video kann man noch ganz genau hören was ich sagte:
„Isch liebe disch.“
Ich weiß bis heute nicht was das Stadttheater hatte. Als ich mich mit diesem Video für ein festes Engagement bewarb, faselten die was von “Ausbildung und Sprache”. Diese Engstirnigkeit! Ich war jung, sah super aus und hatte etwas was die nicht hatten: Orginalitet, Origanialität – also Ausstrahlung.


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