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Der Unterhaltungsmarkt (III) – Live: Dreh- und Angelpunkt

KJ Deuser 13. Oktober 2008 2 Kommentare


Im vorherigen Aufsatz habe ich auf das magische Dreieck hingewiesen. Schwerpunkt dieses Kapitels ist der Bereich „Live“.
„Live“ ist für mich der Dreh- und Angelpunkt eines jeden Künstlers.
Nur die wenigsten Künstler haben ihr Geschäft direkt im Medienbereich begonnen. Eine Ausnahme sind vielleicht Radiomoderatoren und einige Schauspieler. Doch es gibt kaum einen Comedian, der nicht vor seiner Fernseh- oder Filmkarriere live aufgetreten ist. Selbst unsere Fernsehköche haben erst „Live“ in ihrem Restaurant gekocht bevor sie durch Fernseh-Shows bekannt wurden.
Es gibt einige Künstler, seien es Animateure oder Coaches, die im Industriebereich begonnen haben und von da aus ihre Künstlerkarriere gestartet haben. Aber auch dies sind nur wenige Fälle.
(Genaueres hierzu gibt es bald im Kapitel „Industrie“)

Kurz zur Klärung des Unterschiedes zwischen „Live“ und „Industrie“. Im Industriebereich tritt der Künstler als Dienstleister auf. Seine Person oder seine Fähigkeiten werden eingesetzt, um eine Idee, ein Produkt oder einen anderen Menschen in ein von den ihn engagierenden Personen oder Unternehmen geplantes „Licht” zu setzen.
Im Livebereich geht es um seine eigene Idee und Show, die dem Zuschauern gegen einen gewissen (Eintritts-) Preis angeboten werden. Sozusagen: Ego versus Dienstleistung.

Alle die selber im Showgeschäft arbeiten wissen, wie viele Graduierungen es gibt. Aber der grundsätzliche Unterschied ist klar: Geht es um meine Show oder soll ich dafür sorgen, dass Henkel mehr Persil verkauft?

Im Schaubild thront der Medien-Bereich über den anderen zwei Bereichen. Mit Absicht – die Medien sind der Turbo der Karriere. Kommen vor dem Kontakt mit den Medien 30 Zuschauer, sind es danach vielleicht 800.
Es ist nicht nur das TV, das einen Künstler bekannt macht, es kann auch ein „Spiegel“-Artikel oder ein Youtube-Video sein. Aber nur durch Live-Auftritte berühmt zu werden hat wohl seit der Erfindung der Buchdruckkunst kaum ein Künstler geschafft.
Jedoch hilft nicht jeder Fernseh-, Radio- oder Zeitungsbericht einem Künstler automatisch die Hallen zu füllen. Das Einzige was die Medien sicher schaffen, ist gesellschaftliche Akzeptanz: „Er/sie ist Künstler.“ Im Kapitel „Medien“ werde ich noch einmal genauer noch auf die unterschiedlichen Medien und ihre Funktionsweisen und Einsatzmöglichkeiten eingehen.

Doch ohne ein Live-Produkt hilft die tollste Promotion-Maschine nichts. Ein Musiker, der seine eigene Band hat und Lieder schreiben kann, hat eine größere Überlebenschance als jeder DSDS-Star. Was ist aus den Big Brother-Stars geworden?
Sehr wenig, einzig allein Jürgen hat es mit seinen Ballermann-Songs und Live-Auftritten geschafft irgendwie im Geschäft zu bleiben und darf auch mal bei 9Live moderieren. Die Frage ist, nur ob das ein Lebenstraum ist?
Ingo Oschmann ist, was die Casting-Shows angeht, einer der wenigen Ausnahmen. Er hat StarSearch gewonnen und ist immer noch im Geschäft. Warum? Weil er schon vorher Künstler war und nie aufgehört seine Shows zu spielen. So geht es!

To be continued…

2 Kommentare »

  • Deuser or Die » TV - warum immer die selben Gesichter? schrieb:

    [...] allgemeine Tipps (V) – Industriejobs (IV) – Die Zukunft liegt im Livegeschäft (III) – Live: Dreh- und Angelpunkt (II) – Das magische Dreieck (I) – „Kann man davon [...]

    # 19. Januar 2009 um 10:45 Uhr
  • Deuser or Die » TV - warum gibt es (manchmal) doch neue Gesichter? schrieb:

    [...] für „neue Gesichter“ ableiten: Nicht nur aufs Fernsehen schielen, sondern versuchen sich durch Live-, Radio-, Webproduktionen so interessant zu machen, dass man immer wieder auffällt, solange bis die [...]

    # 26. Januar 2009 um 09:03 Uhr

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