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Der Unterhaltungsmarkt (VII) – Dauerthema „Catering“

KJ Deuser 16. November 2008 1 Kommentar

Currywurst
Eigentlich wollte ich mich jetzt dem Thema „Medien“ zuwenden, aber ich hatte diese Woche wieder einmal eine lange und ausführliche Diskussion über das Lieblingsthema aller Künstler: Das Catering!
Über nichts ärgert man sich in seinem Künstlerleben häufiger als über kalte Pizzen, schlapprige Brötchen oder darüber, dass noch nicht einmal die da sind. Ich weiß, Hungern ist nicht schön. Ok, richtig hungern müssen wir ja auch nicht, aber….
Gerade wenn du nervös bist und nichts anderes zu tun hast, als auf den Auftritt zu warten, wird der Hunger manchmal zum alles bestimmenden Thema. Gerade wenn man nervös ist, braucht man etwas zum Abreagieren. Und das ist fast immer das Thema Catering. Falls es wider erwarten doch gut ist, wird man erst recht nervös, denn dann fragt man sich permanent, ob man nicht bei der Gage übers Ohr gehauen wurde. Es hat mich Jahre gekostet mit diesem Thema entspannt umzugehen.

Mein persönlicher Schlachtplan:

  • Wenn meine Gage gering ist, habe ich auch einen Anspruch auf das vertraglich vereinbarte Essen. Das wenige Geld muss man nicht auch noch fürs Essen ausgeben. Außerdem sind die Auswirkungen bei einem möglichen Streit auch nicht so groß, denn man ist mit Sicherheit nicht der wichtigste Faktor des Events. (Vorsicht bei Solo-Gastspielen: Da bist du trotz geringer Gage unverzichtbar!)
  • Wenn ich vor Ort ununterbrochen arbeite, wie es viele der Techniker tun, dann muss sich der Veranstalter um das Catering kümmern.
  • Wenn ich so bekannt bin, dass es für mich unangenehm wird, auf die Straße zu gehen, dann muss man sich um das Catering kümmern. (Wenn ich aber soo bekannt bin, habe ich in der Regel auch einen Assistenten/in dabei und der/die kann mir was zu Essen holen.)

Wichtigste Catering-Regel:

  • In allen anderen Fällen gilt: Du bekommst eine Top-Gage (> 750 €) und du bist unzufrieden mit dem Essen? Geh zu McDonalds und kauf dir was!

Ich bin mir sicher, man hält es auch mal einen Abend ohne Essen aus. Was ist dir wichtiger? Ein weiterer Job für vielleicht ein paar Tausend Euros oder die korrekte Einhaltung deines Vertrages mit einem warmen Essen drei Stunden vor dem Auftritt?

Meine Wünsche an die Veranstalter
Jetzt kommt mein ABER!! Auch wenn ich mir selber nicht mehr soviel aus dem Thema Catering mache, könnten doch einige Veranstalter sich und den Künstlern das Leben erheblicher einfacher machen, wenn sie sich ein wenig einfühlsamer diesem Thema zuwenden würde.
Es ist einfach frustrierend zu sehen, wie bei einer großen Veranstaltung die leckersten Dinge aus der Küche in den Saal raus getragen werden und aus der selben Küche Ravioli aus der Dose für die Künstler kommt. (Diese Woche passiert.)
Sehr lustig war auch ein Veranstalter, der den Garderobenkühlschrank komplett mit Bier aufgefüllt hat, aber nirgends gab es eine Flasche Wasser. Was wollte er uns damit sagen? Dass er die falschen Gäste eingeladen hat oder dass er Angst hat, wir könnten nicht lustig genug sein? Nicht alle Künstler brauchen drei Kästen Bier um lustig zu sein. Ein paar Flaschen Wasser, vielleicht auch mal Stilles, reicht oft.
Andere wiederum geben sich unglaublich große Mühe irgendwelchen Süßkram dekotechnisch ganz toll herzurichten. Was Gesundes ohne großes Tamtam wäre mir erheblich lieber. Und wenn es geht, nicht fünf Minuten vor dem Auftritt, dann kann man einfach nichts mehr essen.
Aber wie gesagt: Wenn es nicht da ist, hol ich mir halt selber was. Und wenn man „die Küche“ ganz lieb fragt, treiben die auch fast immer einen guten Espresso für dich auf.

[Bild: CC by The contented @ Flickr]

1 Kommentar »

  • powerdienstleister schrieb:

    Mein Tipp für Veranstaltungen, bei denen man als Künstler vom offiziellen Büffet mitessen darf: Unbedingt Tupperware Boxen mitnehmen und 2 Wochen nach der Show zu Hause immer noch leckere Delikatessen genießen…
    Kein Witz: nachdem mir ein Koch bei einem Ärztekongress erzählt hat, dass alles was übrig bleibt in der Mülltonne landet und ich im nächsten Jahr wieder engagiert wurde, bin ich ein Jahr später gut ausgerüstet angerückt…
    Kollegen haben aus der Idee sogar eine Nummer gemacht: http://www.foolpool.de/html/tupper.html

    PS: gutes konzept – ein Blog, der noch gefehlt hat :-)

    # 17. November 2008 um 18:09 Uhr

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