Der Unterhaltungsmarkt (VIII) – Medien

Massenmedien
Mit den folgenden Artikeln möchte ich mich langsam dem glamourösesten Teil des Unterhaltungsmarktes nähern: dem Bereich der „Medien“.
Genau genommen reden wir von den Massenmedien, aber ich bleibe bei allen weiteren Ausführungen bei meiner Kurzform.
Die Medien werden normalerweise unterteilt in Printmedien (Zeitung, Zeitschriften), elektronische Medien (Radio, TV, Kino) und digitale Medien (Internet, Handy). Eins haben alle gemeinsam: Es handelt sich hier um (Massen-)Kommunikationsmittel, über die ein Absender öffentlich Inhalte, an eine nicht festgelegt Menge von Empfängern, weitergibt.
Mir geht es weniger um die technischen Abläufe und Prozesse dieser Kommunikationsformen, als vielmehr um die Jobmöglichkeiten, die die Medien bieten und um die Chancen und Gefahren, die dieser Bereich für darstellende Künstler darstellt.
Wo kann ich arbeiten? Wie kann ich sie für meine Karriere benutzen? Wo werde ich benutzt? Wo muss ich aufpassen? So könnte man die Hauptfragen zusammenfassen, mit denen ich mich in der nächsten Zeit beschäftige.
„Er ist im Fernsehen – jetzt hat er es geschafft.“
Wenn man Menschen fragt, was ein Künstler braucht, um erfolgreich zu werden, dann wird die Mehrzahl sagen: das Fernsehen. Das Fernsehen hat, wie ich schon in früheren Artikeln beschrieben habe, eine unglaubliche Bedeutung für die gesellschaftliche Akzeptanz. Einzig das Kino hat einen größeren Glamourfaktor.
Letztens hat mir ein Musiker eine neue Geschichte zu meinem Lieblingsthema erzählt:
Er, ein sehr erfolgreicher Studiomusiker, immer ausgebucht, viele Veröffentlichungen, wurde immer wieder gefragt: „Du bist Musiker? Kannst du davon leben?“
Lange Zeit hat er genau erklärt, was er macht und dass sein Job sehr einträglich ist. Aber geglaubt hat es ihm keiner. Schließlich hat er sich für eine neue Standardantwort entschieden: „Ja, ich bin Musiker, aber Fernsehmusiker.“ Ab diesem Moment hat keiner mehr seinen Job infrage gestellt.
Ganz ehrlich, was ist ein Fernsehmusiker? Bis auf eine Handvoll Bandmitglieder der Raab-Band gibt es die doch gar nicht. Klingt aber überzeugend.
Fernsehen = Bekanntheit = Geld ?
Wer im Fernsehen ist, ist bekannt und Bekanntheit wird gleichgesetzt mit Reichtum.
Sehr gefährlich. Die wirklich reichen Menschen dieser Welt wissen ganz genau, dass gerade Bekanntheit der größte Nachteil vom Reichtum ist. Wenn du wirklich erfolgreich bist, wirst du auch sehr wahrscheinlich bekannt werden. Das Hauptproblem unserer momentanen Mediengesellschaft ist aber, dass wir Ruhm oft als eigenständige Qualität betrachten und glauben mit dem Ruhm kommt auch automatisch Geld und Zufriedenheit. Allein auf dieser Prämisse funktionieren die unterschiedlichsten Daily Talkshows oder Big Brother.
Leider stimmt das selten, sondern der Ruhm macht alles nur noch schlimmer. Jetzt kennt dich die Welt, oder noch schlimmer, jetzt macht sich die Welt über dich lustig und als Ausgleich hast du vielleicht ein paar Tausend Euros verdient. Toller Deal.
Die Grundfrage
Deshalb muss die Grundfrage für jeden ernsthaften Künstler-/in lauten: Will ich einen guten Job machen, habe ich Träume von eigenen Werken oder habe ich nur den Traum vom Ruhm?
Auf die erste Seite der BILD zu kommen, ist viel einfacher als man glaubt, aber ob das zu einem erfüllten Leben reicht??
Künstler sollten Täter und keine Opfer sein. Wie kann ich die Medien für meine Wünsche benützen? Und nicht, wie werde ich benutzt? Das Fernsehen bringt nur dann was, wenn du dort einen Job erhältst oder wenn du eine Idee oder ein Produkt hast, das du dort weiter vermarkten willst. Für Künstler, die mit ihren Soloshows auf Tour gehen, macht ein Auftritt bei „Genial daneben“ Sinn. Aber ein Auftritt bei dem „Supertalent“ ist immer ein Spiel mit dem Feuer. (Paul Potts hat schon vorher gesungen und wollte Sänger werden, deshalb hat es ihm auch geholfen.)
So, das war der Anfang. Ich werde die kommenden Wochen nutzen, um mich weiter in dieses Thema reinzuarbeiten. To be continued…


[...] sind hier erschienen: (X) – Radio als PR-Instrument für Künstler (IX) – Radio (VIII) – Medien (VII) – Dauerthema „Catering“ (VI) – „Industriejobs“- allgemeine Tipps (V) – [...]
Kommentar abgeben!