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Der Unterhaltungsmarkt (X) – Radio als PR-Instrument für Künstler

KJ Deuser 15. Dezember 2008 1 Kommentar


Auch wenn für Künstler und Agenturen das Fernsehen meistens wichtiger ist, das Internet oft cooler, so ist für mich das Radio, das am meisten unterschätze Medium.
Das Fernsehen macht dich bekannt, aber das Radio füllt die Hallen.

Ich glaube den Musikern muss ich diese These kaum noch erläutern. Hat es früher gereicht in der Viva- oder MTV-Rotation aufgenommen zu werden, musst du es heute in die Radio-Rotation schaffen. (Rotation: wöchentlicher Abspielplan der Musikredakteure)

Das Radio wird deshalb so wichtig, weil sich einerseits die klassischen Musiksender immer mehr zu Jugendsendern transformieren und dabei das Abspielen der Musiktracks immer mehr in den Hintergrund tritt und andererseits sich aber auch die Geschäftsmodelle der Bands ändern. Immer weniger wird mit dem Verkauf der Songs verdient, immer wichtiger werden die Einnahmen durch Touren und Merchandising.
In diesem Zusammenhang werden die Radiostationen nicht nur als Abspielstationen für die Songs gebraucht, sondern immer mehr als Präsentatoren der Konzerte. Diese Präsentationsleistungen schafft ein Sender wie MTV nur bei internationalen Großereignissen. Die Radiostationen können hier aber lokal, auch kurzfristig, Erstaunliches auf die Beine stellen.
Was die Promotion der Songs angeht, hat das Internet sehr viel von der Arbeit von MTV übernommen, z. B. durch MySpace. Aber sobald es um Konzertpromotion geht, fehlt dem Internet die lokale Kraft.

Auch für Comedians, Kabarettisten und ihre Agenturen stellt das Radio eine große Möglichkeit zur Tourpromotion dar und ich finde, dass diese Möglichkeit oft nicht genug eingesetzt bzw. gesucht wird.
Aus meiner Erfahrung weiß ich, wenn ein Comedian einen Radiosender dazu gebracht hat, seine Tour zu promoten, dann steigen die Verkaufszahlen sofort. Natürlich verstehen das die Sender auch und versuchen im Gegenzug ihre eigenen Shows auf die Beine zu stellen. Vorreiter in Deutschland war SWF 3 mit ihrer Gagtory-Tour. Mittlerweile gehen auch 1Live und Radio NRW regelmäßig mit Comedyshows auf Tour (Nicht ganz ohne mein Einwirken.).

Das Problem ist nur, dass die Sender nicht immer über die nötigen hauseigenen Künstler verfügen, die auch Live funktionieren. So kann man die Showreihen entweder nicht regelmäßig durchführen oder sie werden einfach zu aufwendig, weil man Radio auf Tour schicken will und nicht, wie ich finde, eine Liveshow macht. Das heißt, man braucht Künstler, die nicht nur im Radio, sondern auch Live funktionieren. Ganz clever hat es SWR 3 gemacht. Ihr wichtigster Comedian funktioniert sowohl hervorragend mit seinen Radiocomedys, als auch Live (Andreas Müller) und da er dieses Zusammenspiel anscheinend gut versteht, ist er mittlerweile auch zum Unterhaltungschef der Station geworden.

Die Frage für Künstler muss also lauten: Wie komme ich an die Radiosender? Ich glaube sie werden euch dann promoten, wenn sich der Sender durch die Präsentation einen Image-Gewinn verspricht oder (jetzt wird es interessant) wenn ihr es schafft, irgendwo im Programm des Senders aufzutauchen.
Einfachste Möglichkeit sind Comedy-Radiospots, die man produziert und den Sendern anbietet. Aber man kann auch Ideen für regelmäßige Sendungen anbieten oder versuchen die Moderatoren der Sender in bestehende Live-Projekte mit einzubeziehen oder man heiratet sich ein oder…
Wie Ihr es tatsächlich macht, ist letztendlich Eure Aufgabe oder die Eurer Agenturen, wenn Ihr die Radiosender im Boot habt, kommt das Fernsehen von ganz alleine. Siehe Paul Panzer.

1 Kommentar »

  • Deuser or Die » TV - warum immer die selben Gesichter? schrieb:

    [...] sind hier erschienen: (X) – Radio als PR-Instrument für Künstler (IX) – Radio (VIII) – Medien (VII) – Dauerthema „Catering“ (VI) – „Industriejobs“- [...]

    # 19. Januar 2009 um 10:45 Uhr

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