Stand-Up A-Z: T wie Titel

Unzählige Stunden haben wir im Tourbus damit verbracht über die Titel der kommenden Shows zu diskutieren. Soll er lustig sein oder doch eher auf den Inhalt der Show hinleiten oder ist ein Programmtitel vollkommen überbewertet?
Ich gestehe, dass ich persönlich den Titel eines Programms nie für so wichtig gehalten habe. Ich fand er sollte auffallen und bestenfalls lustig sein, aber die letzten Jahre haben mir gezeigt, dass es doch nicht so verkehrt ist, sich ein paar Gedanken über den Titel zu machen.
Gerade in der Anfangszeit kann dir der richtige Titel helfen, sich aus der Masse der Newcomer abzuheben. Zum Beispiel hat Mario Barth mit seinem ersten Programmtitel „Männer sind Schweine, Frauen aber auch“ einen Volltreffer gelandet. Er hat den Inhalt seines Programmes auf witzige Weise auf den Punkt gebracht. Auch „Zapped“, der Titel des ersten Erfolgsprogramms von Michael Mittermeier, ist zweifellos ein super Titel. Nicht so lustig wie der von Mario, aber er war damals modern, griffig und er hat sein Programm exakt beschrieben.
Cindy aus Marzahn „Schizophren, ich wollte ne Prinzessin sein“ funktioniert hervorragend im Zusammenspiel mit dem Bild ihrer Figur, ist aber auch als reiner Text schon lustig und erzählt viel über ihr Programm.
Veranstalter erzählten mir, dass gute Programmtitel unbekannteren Künstler schnell mal 20-50 mehr Zuschauer bringen. Vor Kurzen beobachtete ich einige Zuschauer, wie sie vor den Plakaten von Kollegen standen und sich überlegten, wen sie sich mal ansehen sollten. Ein Pärchen stand vor einem Plakat von Vince Ebert und lasen laut den Titel vor: „Denken lohnt sich“.
Worauf die Frau sagte: „Das klingt doch super.“
Im Kabarettbereich ist es schon länger üblich mit einem programmatischen Titel zu arbeiten.
Trotzdem gibt es auch genügend Gegenbeispiele. Langläufer wie Dieter Nuhr oder Otto spielen in der Regel konsequent mit ihrem Namen: „Nuhr die Wahrheit“, „Oh Otto“.
Doch mit steigendem Bekanntheitsgrad des Künstlers nimmt die Bedeutung des Titels sicherlich stark ab. Mittermeier, Barth, Nuhr, Atze müssen heutzutage den Zuschauern nur klar machen, dass es sich um ein neues Programm handelt.
Eine Kleine Titelauswahl:
Achim Knorr – “Schwerkraft – nein danke”
Atze – „Mutterschutz”
Ausbilder Schmidt – „Er kam, sah und brüllte!“
Dieter Nuhr – „Nuhr die Wahrheit“
Eckhart von Hirschhausen – „Glücksbringer“
Ingo Appelt - „Männer muss man schlagen.“
Johannes Flöck – „Früher war ich jünger“
Kurt Krömer – „Kröm de la Kröm – Tournee”
Mario Barth – „Männer sind Schweine, Frauen aber auch“
Markus Barth – „Uncool“
Mirja Boes - „Morgen mach´ ich Schluss! Wahrscheinlich“
Mittermeier –„Zapped, Safari“
Rainald Grebe – “Alle reden vom Wetter”
Tobias Mann – „Man(n) sieht sich“


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