Stand-Up A-Z: K wie Krank
Krank? Wie, kranker Künstler, krankes Material, krankes Publikum?
Eigentlich geht es eher um G wie Gesundheit oder F wie Fitness. Aber mir fehlt noch ein vernünftiges Thema zum Buchstaben K. Also bleiben wir mal bei dem Thema Krankheit und wie man auf der Bühne damit umgeht.
Krankheiten sind immer ein beliebtes Thema für Stand-Ups, aber mir geht es in diesem Kapitel eher um den Umgang mit der eigenen Kränklichkeit. Wann kann ich noch spielen, wann sollte ich es sein lassen und auf was sollte man achten, wenn man krank ist?
Ich kann mich nur an ganz wenige Auftritte erinnern, die ich wegen Krankheit abgesagt habe. Genau gesagt 7 Auftritte von ca. 3500.:
2x Achillessehne-OP, 2x gebrochener Mittelfußknochen, 2x ausgekugelter Daumen, 1x vorgeschoben.
Rückblickend hätte ich besser noch ein paar mehr ausfallen lassen sollen. Nämlich die mit den schlechten Kritiken, (aber da war ich dummerweise gesund).
Da man als freier Künstler nur dann Geld verdient, wenn man auch auftritt, gab es für mich immer nur eins: Auftreten. Egal wie krank ich war. Von daher habe ich jedes Grippemittel geschluckt, dass es jemals gab. Gips? Keine Frage, den baut man in die Show mit ein. Asthma? Wenn schon Fahrradfahrer Asthmamittel zum Doping einsetzen, dann doch erst recht ein Künstler, wenn er einen echten Asthmaanfall hat. Außerdem gibt einem eine gewisse Kurzatmigkeit auch das gewisse Extra.
Jetzt mal ernst, gibt es Regeln, wie man mit Krankheiten umgeht? Leider hat der TÜV noch kein Künstlerkrankheitsregelwerk herausgegeben, daher sollte man sich vielleicht sein persönliches Regelwerk aufbauen. Ich finde, wenn du eine große Ansteckungsgefahr für Kollegen und Publikum darstellst – zu Hause bleiben. Wenn deine Krankheit deine Performance in erheblichem Maße beeinflusst – zu Hause bleiben. Aber bitte sei ehrlich mit dir, eine Krankheit als Ausrede zu benutzen, weil du eigentlich keine Lust hast oder einen besseren Job angeboten bekommst, finde ich gefährlich. Mit jeder ungerechtfertigten Absage verringerst du die Absagenschwelle. Da jede Krankheit ihre eigenen, besonderen Auswirkungen hat und jeder anders auf Krankheiten reagiert, sollte man vielmehr versuchen so selten wie möglich krank zu werden. Eine gute Gesundheit kann einer Karriere sehr förderlich sein.
Ich würde sogar noch weitergehen. Du solltest nicht nur auf deine Grundgesundheit achten, sondern auch eine gewisse Fitness an den Tag legen. Denke bitte nicht nur an den nächsten Tag und wie du den Hangover überstehst, sondern an die nächsten 30 Jahre. Wie lange willst du auf der Bühne stehen? Bekommst du eine sichere Rente? Wohl nicht, also halte dich fit. Auch dein Aussehen ist Teil deines Auftrittes. Solange du irgendwo zwischen 25 und 40 bist, ist alles egal. Danach nicht mehr. Sich fit halten ist nicht nur eine Frage der Gesundheit, sondern Teil deines Jobs. So wie andere morgens ins Büro gehen, solltest du dir einen regelmäßigen Fitness- und Trainingsplan zurechtlegen. Es muss ja nicht immer Laufen oder Schwimmen sein. Es kann auch regelmäßiges Meditieren oder Yoga sein.
Aber mach was. Deine Gesundheit und deine Performance werden sich bedanken.
Foto: aloaldoz (CC)

Über das Thema Krankheit, es ist auch Wissenschaftlich geprüft dass, Komiker und ihre Zuschauer beiden Profitieren von Lachen. Lachen macht gluckshormone, Stress weg, und verbesserte gehirn-funktion und immun-system. Lachen gibt der Lunge, Herz und musculatur guten workout, verbesserte den ausblick, zerstört arger, hass und schuld-gefühle und gibt emotional entspannung.
Aber leider habe ich kein glück, Unterstützung von Krankenkasse für mein Auftritt zu bekommen.
Schade.
… vielleicht kriegen wir die Unterstützung als Fima. KJ
Das ging ja mal fix. Letzte Woche noch ein Vorschlag, heut schon umgesetzt. Danke.
Auf das Thema gekommen bin ich nach einem Auftritt von H.Grönemeyer (bei dem man ja nun nicht wirklich davon ausgeht, dass er ein schmales Portemonnaie besitzt). Dieser wirkte auf mich bei seinem Auftritt im Sommer in Bremen relativ fahrig. Monate später erzählte mir ein Freund, der dort als Roadie gearbeitet hat, Herr Grönemeyer hätte im Sanizelt eine Familienpackung Grippemittel geschluckt und sei während des Konzertes 3x grün von der Bühne gesprungen und hätte sich übergeben.
Daher mein Interesse, wie man wohl als “Otto-Normal-Künstler” mit diesem Thema umgeht.
Ja, schreibe ich hier erst etwas jetzt dazu, aber ich war vorher zu krank. Just kidding!
Ich errinnere mich an einem Auftritt mit Heinz Gröning in Kleve, da hatte ich eine verschleppte Lungenentzündung, Fieber, kaum eine Stimme und sah dazu noch scheiße aus (gut, einige werden sagen das tu ich immer…) aber ich hab den Auftritt noch gemacht.
Es war ein Reporter da von der Britische “Sixth Sense” Zeitung und er schrieb dann noch ein 5,5 Seiten Article über mich danach. Hätte ich diesen Auftritt abgesagt, wäre das nicht geschehen. Erst bei einem späterem Treffen stellte er fest das meine richtige Stimme anderes klang.
Die 2 Auftritte danach hätte ich aber absagen sollen weil ich danach im Krankenhaus gelandet war.
Wie Knacki sagte, benutze nicht einen kleinen Weh-Wehchen als Ausrede um etwas abzusagen, aber setzt deine Gesundheit und die deiner Kollegen und Zuschauer nicht aufs Spiel wenn es was Schlimmeres ist.
Cheers, Smiles and Gesundheit,
Johnny Hollywood
Wie wärs mit “K – wie Körperlichkeit”. Setze mich gerade mit der Mimik und Gestik von Stand Up Comedians auseinander… aber zu dem Thema gibts nicht viel allgemin Gültiges, bis auf “Körper ist wichtig…irgendiwe!”.
Zu Hüüülfe,
Frieda
Gute Idee. Dieses Thema wird (gerade in Deutschland) schnell ausgeklammert, obwohl es einen ganz wichtigen Faktor für die Bühnenarbeit darstellt. Mario Barth wäre ohne seine Energie bei weitem nicht so gut. (Bitte keine jetzt keine Mario Diskussion.) Chris Rock, Steve Martin, Lee Evans wären alle ohne ihre Fähigkeit sich auf der Bühne vernünftig zu bewegen, bei weiten nicht so erfolgreich. Ich kenne mittlerweile viele Kollegen, die tanzen, rennen und sich sogar auf der Bühne rumwälzen (wälzen ist jetzt übertrieben), aber noch mehr stehen wie ein Sack Mehl mit hängenden Schultern auf der Bühne. Das ist eine logische Folge der fehlenden Möglichkeiten der Ausbildung. Die, die vom Schauspiel kommen, haben es gelernt – die, die vom Schreiben kommen, müssen es sich nach und nach durchs Spielen beibringen. Ich gehe noch mal in mich und überleg, ob mir noch was Schlaues dazu einfällt. KJ
Großes Danke schon mal für die Gedanken zum Thema. Zu Herrn Barth will ich mich gar nicht auslassen… aber ja, Energie hat der Mann. Gegen die Hüftschwung- und Slapstick-Einlagen eines Omid Djalili kommt er allerdings nicht an:)
Grüßchen,
FG
You’re the one with the brains here. I’m wathcing for your posts.
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