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NW Tour 2009 „Die dritte Woche – das Ende naht”

KJ Deuser 24. März 2009 3 Kommentare

Ein paar allgemeine Gedanken

Ich liebe Tourneen – als ich noch nicht diesen Job gemacht habe, da hab ich mir eine Tournee so vorgestellt:

Der Bus bahnt sich den Weg durch jubelnde Menschenmassen – Sprechchöre rufen: „Deuser, Deuser!”, eine Polizeieskorte hüllt mein Gesicht in ein blau blinkendes Farbenspiel während ich huldvoll und gütig durch die getönte Busscheibe meine Fans segne.

Gut, wir waren jetzt auf Tour. Die Erste die mich in Halle (a. d. Saale) erkannt hat, war die Frau an der Rezeption: „Sie sind doch der aus NightWash!”

Ich sagte: „Ja, aber behandeln Sie mich einfach wie einen ganz normalen Gast!”

Und sie: „Aber nein – Sie zahlen bitte im Voraus, und wenn ich Sie dabei erwische, dass sie im Zimmer auf der Fensterbank rummoderieren, fliegen Sie raus!

17.03.09

Hiddenhausen / Wolfsburg / Köln

6:30: mein Wecker geht los. Ganz schön früh. Die Show gestern Abend war spielerisch topp. Klaus Renzel, der kurzfristig für Hans-Hermann Thielke eingesprungen ist, hat hervorragend funktioniert. Die anderen sowieso.

Leider sind weniger Leute gekommen, als Tickets verkauft worden waren. Ich vermute einige Zuschauer haben sich nach dem Amoklauf von dem Spielort, der Aula der Olof Palme Schule, abschrecken lassen. Ich kann sie verstehen. Ich habe mich auch nicht richtig wohlgefühlt, als ich durch die leeren Gänge der Schule gegangen bin. Ich möchte nicht in der Haut der Schüler stecken, die nächste Woche wieder zur Schule gehen müssen.

Aber als mich der Wecker überhaupt nicht sanft aus dem Schlaf riss, dachte ich weder an Hiddenhausen noch Winnenden, sondern daran warum ich mich wieder habe breitschlagen lassen, parallel zur Show an diesem Tag auch noch drei Termine in Köln anzunehmen. Der Rest der Mannschaft kann in Ruhe ausschlafen und ich versuche hektisch ein Taxi zu bekommen, das mich nach Herford zum Bahnhof bringt. Als ich endlich im Zug saß, schlief Holger Müller alias Ausbilder Schmidt vermutlich noch friedlich in seinem sicherlich gemütlichen Bett in Köln. Holger ersetzt mich heute Abend beim Auftritt in Wolfsburg. Seit 2005 der erste Tourtermin ohne mich. Ging leider nicht anders, aber wohl fühle ich mich nicht.

19:30: Telefonat mit dem Tourmanager. Wolfsburg ist ausverkauft, Soundcheck ist beendet, aber Ausbilder war wohl recht erstaunt, dass er die ganze Show über mit Alex (die komplette Band von NW) auf der Bühne sitzen muss. Ich habe schon ganz vergessen, wie schräg das ist, ständig von allen beobachtet werden zu können.

23:00: Ich war nervöser als ich dachte, aber als ich das folgende Foto bekam, wusste ich die Stimmung innerhalb der Gruppe stimmt: Komisches Gefühl, aber immerhin kann ich mal im eigenen Bett schlafen.

asAusbilder Schmidt in der Garderobe

18.03.09 – Off-Tag

19.03.09

Dülken?

Dülken? Wo liegt Dülken? Dülken ist ein Vorort von Viersen. Ok, das kenne ich. Aber diese Information stand auf keiner Dispo. Kein Wunder, dass ich mich auf der Fahrt nach Hiddenhausen im Atlas wund gesucht habe. Dafür, dass Dülken eigentlich nur ein Vorort sein soll, war die Halle recht groß und mit über 350 Zuschauern auch noch rappelvoll. Und das besonders Schöne war, dass die Anreise nur knapp 50 min gedauert hat. Woran merkt man, dass alle langsam immer müder werden? Wenn du sogar auf dieser Anreise schon einen Zwischenstopp einlegen musst. Leider war es auch der letzte Tag von Johannes Flöck auf der Tour. Der Vielbeschäftigte muss ab Morgen auf anderen Baustellen tanzen. Er wird uns fehlen!

spielplNightWash liebt Autobahnraststätten

20.03.09

Cottbus rockt

Unsere weiteste Fahrt steht an. Seit wir losgefahren sind, scheint die Sonne. So was haben wir, außer unserem kurzen Aufenthalt auf dem Kinderspielplatz der Autobahnraststätte gestern, kein Mal auf der Tour erlebt. Eine Stunde unterwegs und die Sonne scheint immer noch. Kurz vor Hamm ereilte uns die Nachricht: Heute ist Frühlingsanfang. Die Deutsche Bahn sollte sich mal ein Beispiel am Wetter nehmen.

sunglasseNatürlich haben Comedians immer Sonnenbrillen dabei, man könnte ja über Nacht zum Superstar werden. Und wie man auf dem Bild erkennt, ist Moses W., der für Johannes eingesprungen ist, schon voll im Tour-Groove.

Cottbus, der Weltspiegel, ein altes, superschönes Kino, was regelmäßig für Veranstaltungen genutzt wird. So weit im Osten haben wir noch nie gespielt. Hoffentlich verstehen wir die alle? Ehrlich gesagt, habe ich mich nicht erst auf der Anreise gefragt, ob die Show hier funktionieren würde. Bei der Fahrt durch Cottbus merkte ich plötzlich auch, wie ich mich fragte, ob wir nicht doch in einem fremden Land sind.

Völliger Quatsch. Toller Laden, super nette Veranstalter, voller Laden, topp Stimmung. Aber die ganze Ossi / Wessi Diskussion nistet sich ohne dass du es willst in deinem Kopf ein. An diesem Abend habe ich meine persönliche ganz kleine Wiedervereinigung gefeiert.

schnuckeligSchnukelig! Ich habe schon wieder Lust anzufangen.

baerZusätzlich zu Moses W. begleitete uns die nächsten drei Termine auch noch Konrad Stöckel. Sieht er nicht lieb aus, der Teddybär von NightWash?

effekteAber wehe er wird losgelassen.

effekte2Endlich auch mal Bilder von unserer großen Shownummer. Wahnsinn, mit welchen Effekten wir arbeiten.

tanzUnd natürlich geht das Tanztheater auch in Cottbus weiter.

Und als wir dann auch noch richtig nett in Cottbus ausgegangen sind, war uns klar: We´ll be back!

21.03.09

Halle (a. d. Saale) – der Tour-Blues

Halle. Das Hotel war schon etwas anstrengend, der Laden leider auch. Irgendwie rockte alles nicht wirklich und zum ersten Mal kam so was wie der große Tour-Blues auf. Alle wollten nach Hause, Schlafen, Laufen, Fußball gucken oder im Garten arbeiten. Auf welch merkwürdige Ideen man kommt, wenn man um 15.00 Uhr Hunger hat und kein Restaurant findet. Dave hat uns aber schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht und uns alle einmal kurz geschüttelt.

bondKann es sein, dass er zu viele Bond Filme gesehen hat?

22.03.09

Leipzig, das war es.

Der letzte Termin. Plötzlich war es vorbei. Irgendwie komisch, wollte ich gestern noch unbedingt nach Hause, war ich heute doch traurig.

daswars
Das war´s? Nicht ganz, denn zum krönenden Abschluss wurden wir am Montagmorgen noch in die Nicolai-Kirche eingeladen (Georg, noch einmal vielen Dank!!!) und kamen dort in den Genuss eines Privatkonzerts des Kantornisten. Sowohl er als auch die Orgel gehören zum Besten, was die Konzertwelt zu bieten hat. Das war mal wirklich ein Abschluss.

Danke noch einmal an das ganze Team, vor allem an Thorsten und danke an alle Comedians und natürlich an alle Fans, die uns die Tage über begleitet haben. Ich möchte noch einmal die Aussage, die ich schon in Cottbus gemacht habe, wiederholen:

2010, we´ll be back …

3 Kommentare »

  • Dave Davis schrieb:

    Mann, das war eine Gaudi! Aber die ersten Nach-Tour-Probleme und Entzugserscheinungen stellen sich ein: Frühstück selber machen, kein Witze-Battle mehr im Tour-Bus, akuter Applausmangel. Mein Therapeut meint, ich soll mich mal auf den Balkon stellen und einfach mal so ´ne Nummer spielen. Na ja, besser als gar nichts…

    Liebe Grüße

    Dave

    # 24. März 2009 um 16:11 Uhr
  • Dennis schrieb:

    Ähnlich sah es bei mir aus, war ja die erste Woche als Tourbegleiter dabei. Und als ich danach nach Hause kam, wollte ich mich schon bei der Hotelrezeption beschweren, weil ich ein unaufgeräumtes Zimmer und ungemachtes Bett vorfand……jedoch fühlte sich keiner meiner WG-Mitbewohner angesprochen^^

    # 24. März 2009 um 16:55 Uhr
  • Alex Flucht schrieb:

    Jungs, wo seid ihr??

    Wir hatten doch noch Sprit im Tank!!

    Liebe Grüße
    “Die Band”

    # 25. März 2009 um 00:26 Uhr

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