Stand-Up A-Z: K wie Kleidung

Es gibt Themen, die man schon früh als wichtig erachtet und die Frage des richtigen Outfits gehört sicherlich nicht dazu.
Vielleicht denkt man heimlich drüber nach, wie man auf der Bühne gerne aussehen möchte, aber selten bespricht man diese Themen mit anderen. Es schwingt ja immer die Angst mit, als eitler Fatzke abgestempelt zu werden. Schiebt solche Gedanken ganz schnell zur Seite. Die Frage des Aussehens und dadurch auch die Frage nach dem richtigen Outfit ist natürlich ein sehr entscheidender Faktor für jede Form der Präsentation.
Wir reden hier jetzt weniger von dem Kostüm für Bühnenfiguren. Hier erklärt es sich von selber, dass das Outfit wichtig ist.
Jedes Outfit ist eine Botschaft. Wenn du vor Bankern in zerrissenen Jeans auftrittst, muss dir klar sein, dass man dich nicht als einen der ihren betrachtet und damit werden deine Aussagen anders bewertet, als wenn du in Anzug und Krawatte referieren würdest. Aber möglicherweise ist ja genau das gewollt.
Häufig trifft man zum ersten Male auf die Frage des Outfits beim Erstellen des ersten Pressefotos. Plötzlich wird man vom Fotografen oder vom Agenten gefragt: „Wie siehst du eigentlich auf der Bühne aus? Wie sollen wir dich visuelle inszenieren ?“
Wie oft habe ich erlebt, dass diese Fotoshootings zu einer kleinen Katastrophe wurden. Man hat sich monatelang mit den Texten für sein Programm auseinandergesetzt, wie man aber auf der Bühne aussehen möchte, darüber hat man sich vielleicht auf der Fahrt zum Fotografen Gedanken gemacht.
Es gibt Künstler, gerade im Stand-Up Bereich, die sagen, egal wie ich aussehe, es kommt auf den Inhalt an. Damit hast du aber indirekt auch schon die erste Entscheidung getroffen. Du willst ganz privat rüber kommen. Aber was heißt ganz privat? Du hast ja auch selten jeden Tag das selbe an. Aber, wie oben beschrieben, wirst du mit jedem anderen Outfit auch anders von den Zuschauern wahrgenommen.
Wenn du dir nicht sicher bist, teste unterschiedliche Outfits. Du wirst schnell merken, ob du dich wohlfühlst. Anhand von Videomitschnitten würde ich überprüfen, ob es auch entsprechend rüber kommt. Wenn du dich einmal entschieden hast, kauf dir mindestens ein, wenn nicht sogar zwei Ersatzoutfits.
Wie willst du deine Kleidung transportieren? Klar gibt es tolle große preiswerte Koffer, aber fahre mal mit sechs Leuten im Tourbus, dann merkst du schnell, wie sehr man dich mag, wenn du mit drei großen Plastikkoffern ankommst. Lieber ein vernünftiger Koffer oder ein vernünftiger Kleidersack als drei improvisierte Taschen. Unterhalte dich mal mit Kollegen darüber; es gibt wahre Verpackungsprofis. Musst du deine Sachen regelmäßig bügeln? Es gibt gute kleine Reisebügeleisen.
Willst du dein Outfit vielleicht fürs Merchandising benutzen. Trägst du T-Shirts, ist das schnell umzusetzen (Deutsch – Frau, Frau – Deutsch), aber es geht nur selten, wenn du dir einen Spezialanzug schneidern lässt. Weitere Fragen betreffen deine Auftrittsorte. Ein weißes Hemd kann unter Umständen super aussehen, treibt aber immer noch viele Kameraleute zu Verzweiflung. Aber hier sei der Tipp erlaubt. Früher sind die Kameras mit reinweißen Klamotten nicht klar gekommen. Das ist heute schon lange nicht mehr so schlimm. Lasst euch von Regisseuren und Kameraleuten nicht verrückt machen. Wenn das euer Outfit ist, dann würde ich erst Mal drum kämpfen.
Noch etwas zur Klärung. Es geht nicht darum ein vollkommen ausgefallenes Outfit zu haben, es geht eher um ein Gefühl für seine Außenwirkung zu bekommen. Gerade die Künstler, denen man nicht anmerkt, dass sie sich um ihr Aussehen Gedanken machen, wissen ganz genau wie sie aussehen und wie sie auf ander Menschen wirken.

Vielen Dank!
Der Artikel hat mir sehr geholfen.
Ich habe auch den Rat bekommen, im Fernsehen müß mann kleine polkadots oder Hahnentrittmuster vermeiden, weil es gibt einen komischen effekt im Fernsehen, weil das Muster hat vu viele Details für das Fernsehgerät.
stimmt
Unvergessen: Mein gemeinsamer Auftritt mit KJ Deuser in Solingen-Gräfrath, bei welchem er sein Outfit für den Auftritt im Büro vergessen hatte.
Fazit: Checklisten machen, damit man nichts vergisst oder alles was man je brauchen könnte in einen großen Koffer – den man IMMER mitnimmt, damit man nichts vergisst.
Der Erasmus hat recht. Und diese Checkliste liegt bei mir
eingeschweist immer dort, wo ich packe. Ich rede vom Gebetbuch
und bete sie mir LAUT vor, wann immer ich glaube, ich sei fertig
mit der Packerei. Es lohnt sich – fast immer hätte ich irgendeine
Kleinigkeit vergessen.
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