Von Einem der auszog das Lachen zu lernen – New York mit Lars Hohlfeld (I)

Part I
“Make it real!“
Plötzlich stand die Idee im Raum irgendwann mal nach New York zu fliegen um zu schauen wie die Profis in New York die Art der Comedy machen, mit der ich hier in Köln meine Brötchen verdiene. Stand-Up Comedy! Aus den Clubs in New York hat sich diese Form der Unterhaltung entwickelt und da kann man ja dann wohl nur von lernen.
Mein Name ist Lars Hohlfeld. Ich bin Stand-Up Komiker und Comedy Autor. Und ja, ich vermische hier die verschiedenen Sprachen, denn die Begriffe sind im Original eben Englisch aber ich lebe und arbeite ja schließlich hier in Deutschland. Stand-Up Komiker und Comedy Autor kann man also getrost sagen. Habe ich mir von Sebastian Sick (“Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“) absegnen lassen. Ich sage übrigens auch Cappuccinos und nicht dieses alberne Cappuccini mit der sich so mancher Gast vor seiner weiblichen Begleitung weltmännisch geben will. Nur zu oft wird sogar ein “weißer Schimmel“ daraus wenn er Cappuccinis bestellt – aber das ist ein anderes Thema.
Zurück zu New York. Dort wollte ich zuerst auch nur zugucken und lernen. Aber weil New York sehr weit weg ist und der Alltag viel viel näher, war erst mal nix mit Big Apple. Doch dann las ich ein Buch von Vanessa Kullmann, einer junge Frau, die ein Praktikum in New York machte und beim Kaffe holen für ihre Chefs auf die Idee kam, in Deutschland selbst ein Coffee to go Geschäft zu eröffnen. Heute Balzac Coffee. Und bei den unglaublich detaillierten und lebendigen Beschreibungen der Stadt und der Menschen in New York wurde mein Drang nach New York zu gehen so stark, dass ich sofort im Internet einen Flug nach New York gebucht habe.
Und ich hatte Glück. Anfang November 2008 hatte ich gebucht und mein Flug ging im Januar. Das bedeutete, mein Hin-und Rückflug kostete, und jetzt will ich Euch etwas Neidisch machen … 20 Euro!
Ja genau. Da musste ich auch schlucken. Da kamen jetzt nur noch die Gebühren drauf und am Ende war ich bei 350,- Euro. Super. Aber in dem Moment dachte ich nicht Super, ich dachte nur: Geil! Geil! Geil! Geil! Geil!
Für 350,- Euro nach New York und zurück, für das Geld kann man sonst wenn es dumm läuft mit der Bahn von Frankfurt nach Friedrichshafen fahren.
Mein Starttermin war also klar. Zwei Wochen New York. Zimmer hatte ich noch keins. War mir aber erst einmal wurscht. Das wird schon irgendwie. Und richtig. So naiv wie ich an die Flugbuchung herangegangen bin war auch meine Suche nach einer Bleibe. Einfach mal im Bekanntenkreis nachfragen. Vielleicht kennt man ja jemand, der jemanden kennt, der jemanden kennt der in New York lebt. Bei dem könnte man ja gegen Geld wohnen und sich von ihm ein paar Tipps fürs Ausgehen und Angucken im Städtchen geben lassen. Dummerweise war da niemand der einen kennt, der einen kennt, der einen kannte. Aber, ich bekam einen anderen Tipp. Eine Homepage. Über die kann man günstige aber auch hochpreisige Wohnungen und Zimmer online buchen. Der Ein oder Andere von Euch wird sie schon kennen, es ist die craigslist. Die gibt es für sehr viele Städte. Hier ist mal die Adresse von der von New York: newyork.craigslist.org
Und so kam es, dass ich ein Appartement in New York gefunden hatte. Zimmer und Wohnzimmer, Küche Bad, kostenloses W-Lan und Pay TV. Und das für… Achtung, ich baue wieder auf den Neidfaktor, für 30,- USD die Nacht. Das waren noch keine 25,- Euro! Dafür kriege ich bei uns nicht mal einen Platz in einer Jugendherberge. Und dieses Appartement war in Manhattan! Also mitten auf der belebtesten Halbinsel der Welt. Super. Bzw. Geil! Geil! Geil! Geil! Geil!
Sofort hab ich online gebucht. Keine Sorge wegen Devisen, PayPal macht das schon. Ich kann das Appartement auch nur empfehlen. Hier ist seine Seite, über die ihr bei David Levinston buchen könnt. Er freut sich auf Besuch aus Deutschland. Er wird Euch auch recht schnell antworten. Wie sehr viele Amerikaner hat er auch ein Blackbery und schläft auch damit. Also nicht mit… Ach Ihr wisst schon wie ich das meine. Sagt ruhig einen Gruß von mir wenn Ihr bucht. Das nutzt Euch wenig, aber vielleicht wird’s für mich dann das nächste Mal billiger
.
So. Jetzt hatte ich also nicht nur einen spottbilligen Flug sondern auch noch eine superspottbillige Unterkunft. Die nächste Etappe ruft, Also auf zu den Stand-Up Clubs. An der Stelle muss man einfach mal ein Lob auf das Internet aussprechen. Ohne diese Erfindung wären diese Trips ungleich schwerer zu organisieren.
Jeder Comedy Club in New York hat natürlich seine eigene Homepage. Und lustigerweise haben viele der Clubs auch ihre eigene offene Bühne. Die „Open Mike Nights“. Selbst Profi Clubs. Und weil bei mir mit New York eh schon alles lief wie von Bolle höchstpersönlich geschmiert, dachte ich, mail doch einfach mal hin. Vielleicht antworten die dort ja. Und ich musste auch gar nicht lange auf eine Antwort warten. Wenn man sagt, dass der Rheinländer ein offenes Wesen hat und Menschen gerne willkommen heißt, dann könnte man meinen, das New York die Brutstädte der Rheinländer ist. Nach einer kurzen E-Mail in der ich mich und meine Homepage inklusive Videos vorgestellt hatte, haben die gesagt: Klar, komm vorbei und mach mal 5 Minuten. Super – also ich meine natürlich Geil! Geil! Geil! Geil! Geil!
Und weil dem einen Clubbesitzer noch ein weiter Club gehört, und weil weil weil … Das Ende vom Lied war, dass ich eine Woche später 11 Termine an 9 Tagen hatte! Das dumme ist nur: Ich kann überhaupt kein Englisch, geschweige denn hab noch nie auch nur einen Witz auf Englisch erzählt!
Und wie ich dieses Problem gelöst habe, erfahrt ihr nächste Woche in Part II.
Euer Lars Hohlfeld
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Unser Gastautor Lars Hohlfeld ist Stand-Up Comedian und Comedy Autor. Mehr zu ihm und seinem aktuellen Bühnenprogramm erfahrt ihr auf www.derlars.com
Den zweiten Teil der New York Serie gibt es hier.

Ich bin schon gespannt wie es weitergeht.
… da bin ich auch gespannt. Danke für den Artikel. Knacki
P.S.: An alle anderen Comedians: Ich würde gerne jeden Donnerstag hier einen Gastbeitrag / Video posten. Bei Interesse melden.
Abgefahren … ! Ich platze auch schon vor Neugier.
Wirklich interessant Lars.
Auch die Idee mit regelmäßigen Gastbeiträgen im Blog ist ‘ne echte Innovation – hoffe da kommt gut was bei rum. Aber da bin ich mir nahezu sicher … Sehr schön!
Langsam nutzen sich D, E, U, S, R, O und I auf meiner Tastatur ab …
Hi Lars,
auch wenn man mit 350€ ganz andere Sachen mit sich machen lassen kann ist das doch ein tolles Vorhaben^^
Würde mich freuen wenn du einen oder zwei Auftritte in NY filmen und irgendwann online stellen würdest^^
lg fabian
Klingt aufregend! Ich bin auch sehr gespannt, wie es dir in NYC ergangen ist. Gibt wirklich eine Menge großartiger Comedy Clubs hier in den USA, und dazu mal etwas aus der Sicht eines deutschen Comedians zu hören, ist wirklich interessant.
Hey Lars,
Spannend und witzig, Dein Bericht! geilgeilgeil
Freu mich auf die Fortsetzung, Gruß Robbi
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Info
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Das Blog ist die Plattform für neue Ideen, exklusive Interviews, regelmäßige Kolummnen und interessante Reviews die eines gemeinsam haben - es geht um Comedy.
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