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“My english makes me nobody so quickly after!“

Lars Hohlfeld 7. Mai 2009 3 Kommentare

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Von Einem der auszog das Lachen zu lernen.
New York mit Lars Hohlfeld

Part II
“My english makes me nobody so quickly after!“

Mein Name ist Lars Hohlfeld und ich war Anfang des Jahres 2009 in New York auf einem – ich nenne es mal Stand-Up Comedy “Lehrgang“. Noch mal zusammen gefasst: Ich hatte einen unglaublich günstigen Flug, eine unglaublich günstige Wohnung in Manhatten, unglaubliche elf Auftritte in neun Tagen und unglaublich wenig Ahnung von Englisch!
Nachdem meine Eckpunkte Flug und Wohnung also Realität wurden, wurde mir auch eins gewiss: Junge, ich kann gar kein Englisch! Nun, ich hatte wie jeder andere auch Schulenglisch. Aber selbst das war keine Hilfe für mich, denn ich hatte überhaupt keine Praxis – mal abgesehen von dem einem Abend vor 15 Jahren im Hofbräuhaus, als ich mich nach zweieinhalb Maß Löwenbräu prächtig mit zwei Engländern unterhalten habe. Aber ich kann ja nicht besoffen auf die Bühne gehen. Obwohl, da wäre ich nicht der Erste. Auf mein Schulenglisch kann ich auch nicht zurückgreifen. Das hat quasi nicht stattgefunden. Da hatte ich an guten Abschlusszeugnistagen eine Fünf. Also was tun?

Zum Glück gibt es in Deutschland befreundete Kollegen die ganz gut Englisch sprechen. Namentlich John Doyle und Johnny Hollywood. Beide waren so nett mir ein paar Tipps zu geben. Ich soll das so machen, und nicht so. Ich soll ganz ich selber sein, aber trotzdem lustig. Hinterher war ich zugegebenermaßen verwirrter als vorher. Also habe ich die Notbremse gezogen und sicherheitshalber zwei Nummern von mir übersetzen lassen. Wenns ganz dumm kommt, dann lerne ich eben die Lautsprache dazu. Da gibt’s im Internet ne Prima Seite. Die sagen einem die Wörter vor: dict.cc. Probierts mal aus. Ist echt lustig.

Aber eigentlich war mir klar, dass ich keine meiner Nummern Eins zu Eins übersetzen kann. Außerdem wird das amerikanische Publikum die Themen die wir hier in Deutschland haben, nicht kennen. Also muss ich was Neues schreiben. Aber was? Und da half mir dann der Tipp der beiden Kollegen und was auch sonst der Rat schlechthin ist, wenn man Stand-Up Comedy macht: Sei Du selbst! Also gut. Bin ich ich selbst. Dann habe ich eine Nummer geschrieben. Auf Deutsch, wie ich wie die Mutter zum Kinde zu den Auftritten hier gekommen bin. Das ich kein Wort Englisch kann und das ich zum ersten Mal in New York bin und so weiter und so weiter.
Das lief richtig gut. Die Geschichte wurde immer runder, es fanden sich mühelos Gags und ich wurde immer ruhiger. Mein Thema war im Prinzip: Ich, wie ich ohne Englischkenntnisse nach New York fahre und mich dort bis zu der Bühne auf der ich dann stehen werde durchwurschtel – in meiner Übersetzung: Through-sausaging!
Aber ich musste mein Englisch aufbessern. Moment. Stopp. Ich schreibe hier vollmundig aufbessern, meine aber tatsächlich ganz neu lernen. Aber wie? Für eine Abendschule komme ich in der Regel zu spät nach Hause und Englischkassetten sind ohne Kassettenrekorder (gibt’s hier) auch nur bedingt hilfreich. Aber wieder war mir das „Sei du selbst – Prinzip“ hilfreich. Ich schaue doch für mein Leben gerne Serien auf DVD. Und die haben meist die Originalsprache und deutsche Untertitel. YES! Und das habe ich gemacht. Professionell DVD geguckt. Ein Kindheitstraum ging in Erfüllung.
Zum Glück gibt es Serien wie 24, Lost, Boston Legal, Earl oder Battlestar Galactica. Ich glaube ohne diese Serien wäre mein Leben anders verlaufen. Also zumindest die zwei Wochen in New York. Und genau das habe ich auch in meine Nummer eingebaut. Nämlich, das ich mein Englisch aus den amerikanischen Serien gelernt habe. Ich war mir sicher, dass diese Idee bei den Amerikanern gut ankommt. Zum einen weil es ein wenig schmeichelhaft ist – und die Amis auch mal mitkriegen das wir im “alten Europa“ auch nicht hinterm Mond leben – und weil es auch einfach stimmt. Zusätzlich habe ich in meinen Text typische Redewendungen, Wörter oder Begriffe aus den jeweiligen Serien eingebaut. Eine Super Idee, wie ich fand. Oder wie ich wirklich dachte: Geil! Geil! Geil! Geil! Geil!
Jetzt nur noch lernen und natürlich testen. Vor Publikum. Aber wo? Hmmm… und dafür liebe ich Köln auch: Mein lieber bereits erwähnter Kollege Johnny Hollywood organisiert und moderiert eine monatliche Comedy Show. Und dort treten die Künstler auf Englisch auf. Hollywoods Comedy Nights. Wenn Ihr Interesse habt, dann geht auf die Seite und nehmt Kontakt auf. Ihr könnt ja einen Gruß von mir sagen. Wird Euch zwar (wie beim Zimmerbuchen in Part I) nix nützen, aber vielleicht darf ich dann noch mal auftreten ;-) . Johnny bot mir auch direkt an bei ihm aufzutreten. Super. Danke auch noch mal an dieser Stelle. Nur Dummerweise hatte ich den Termin verpasst, war woanders, unterwegs oder was weiß ich? Das dumme war jetzt: Ich hatte einen Text, von dem ich eigentlich sicher war, das ich zumindest nicht ganz auf der Bühne bombe (Jargon für einen sehr, sehr weniger guten Auftritt), aber keine Möglichkeit mehr hatte diesen vor meinem ersten Auftritt in New York auszuprobieren. Denn, noch zwei Tage und dann ging mein Flug. Schluck! Da muss ich jetzt durch. Augenblicklich fing ich an zu schwitzen und wurde nervöser und nervöser.
Und wie ich meinen allerersten Auftritt in Ney York, in Manhatten auf dem Broadway auf Englisch erlebt habe, dass erfahrt ihr nächste Woche in Part III.

Euer Lars Hohlfeld

——————–

Unser Gastautor Lars Hohlfeld ist  Stand-Up Comedian und Comedy Autor. Mehr zu ihm und seinem aktuellen Bühnenprogramm erfahrt ihr auf www.derlars.com

Den ersten Teil der New York Serie gibt es hier.

3 Kommentare »

  • Columna schrieb:

    Die DVD-Methode ist wohl ziemlich üblich (weil günstig und einfach). Ich habs vor der Abiprüfung in Englisch auch so gemacht, allerdings dann auf Englisch mit englischem Untertitel… und bei mir wars Grey´s Anatomy ;-)

    # 7. Mai 2009 um 10:36 Uhr
  • KJ Deuser schrieb:

    … man Lars, bin gespannt wie es weiter geht… hoffe du kannst noch 6-7 Fortsetzungen schreiben. Knacki

    # 7. Mai 2009 um 13:25 Uhr
  • Mel schrieb:

    Oh Mann, die Spannung steigt ins Unermessliche… Freu mich auf die Fortsetzung(en)!
    Und vielen Dank für den Tipp mit den Hollywood`s Comedy Nights in Cologne! Just made my day!

    # 9. Mai 2009 um 16:21 Uhr

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