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New York Comedy Club!

Lars Hohlfeld 14. Mai 2009 3 Kommentare

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New York mit Lars Hohlfeld
Von Einem der auszog das Lachen zu lernen.

Part III
“New York Comedy Club!“

Mein Name ist Lars Hohlfeld, bin Komiker war Anfang des Jahres auf einer Comedy Abendschule – in New York. Ich hatte elf Auftritte in neun Tagen, unglaublich wenig Ahnung von Englisch und die Hosen gestrichen voll.

Aber der Reihe nach. Pünktlich um 06.05 startete mein Flieger nach New York. Also New York ist wieder nicht ganz richtig. Ich hatte ja einen Billigflug und da zog man es vor von Köln erst einmal nach Schiphol in Amsterdam zu fliegen.

Und wer zu den Grachtenparkern fliegt, der darf auch nicht ernsthaft mit einer ernsthaften Maschine rechnen. Schon gar nicht, bei einem Billigflug. Der Blechvogel war eine zweimotorige Fogger oder Douglas C 47 oder zumindest so was ähnliches. Wer bis zu dieser Stelle noch nicht unter Flugangst litt, der hatte hier richtig gute Chancen welche zu bekommen.

Das liegt zum einen an der Flugmaschine über die ich wirklich dachte „Okay, man muss das Gedenken der Luftbrücke ja aufrecht erhalten, aber muss man das mit den Maschinen auch tun?“ und zum Anderen nicht zuletzt an den Durchsagen des holländischen Flugkapitäns und seiner Besatzung. Wörter wie “Druckabfall“ und “Sicherheitsbestimmungen“ machen mir auf Niederländisch einfach mehr Angst als auf Deutsch. Ich meine “Drük verminderingen“ und “Zekerheids Bestemmingen“, das klingt nicht so also würden die das Thema Flugsicherheit sehr ernst nehmen.

Aber alles nur Einbildung und schlecht verarbeitete Klischees Natürlich ist alles gut gegangen. Und einfach ging es. Dann war es endlich soweit. Rein in den Flieger nach New York. Und das war mal ein Fluggefährt. Da hätte mein Flieger vom morgen locker quer reingepasst. In den Fußraum! Und wieder hatte ich Glück, denn der Eisenvogel war so gut wie leer. Super. Kaum gestartet haben sich auch schon die ersten Passagiere quer über die Sitze gelegt und nachdem ich einen Film auf Englisch geschaut und einen neuen Boardrekord bei “Diamonds“ aufgestellt hatte tat ich es ihnen gleich.

Ach ja. Dieses Sicherheitsformular muss noch ausgefüllt werden. Das kann, soll und muss man jetzt auch vorher online ESTA. Und hier ein ernst zu nehmender Tipp: Nehmen Sie es ernst. Auch wenn man die Fragen dort nicht wirklich ernst nehmen kann, an der Einlasskontrolle tun sie es! Wenn Sie da auch nur einmal “JA“ ankreuzen, oder auch nur über die Linien schreiben, landen sie in Guantanamo – ohne Zwischenlandung!

Ein paar Stunden später bin ich endlich in New York angekommen. Und es gibt vier Flughäfen in New York: JFK, Newark, La Guardia und seit Januar noch den Hudson River!

Auch in New York war alles bestens ausgeschildert und ich kam überpünktlich mit Train und U-Bahn bei meiner Unterkunft an. Jetzt muss ich einen kleinen Zeitsprung machen, denn eigentlich hätte ich am nächsten Abend schon meinen ersten Auftritt gehabt. Ich bin auch zu dem Club hin, aber ich muss gestehen: ich hatte Fracksausen! Außerdem dachte ich mir, schaue ich mir die Kollegen hier in der Entertainment Metropole doch lieber erst einmal an, bevor ich völlig ungestüm ins offene Yankeemesser laufe. Dem Moderator habe ich mit Händen und Füßen erklärt, dass ich lieber erst einmal zusehen wollte, was überhaupt kein Problem war. Das war sehr gut, denn da hab ich gemerkt wie entspannt die Kollegen so drauf sind.

Der Abend war auch ohne mein Mitwirken lang und lustig. Und ich war beruhigt, konnte ich nämlich feststellen, dass die Profis dort auch nur mit Wasser kochen. Klar, hab ich nicht alles Verstanden, viel war – wie auch hier Lokales oder es handelte sich um aktuelle Themen, die wir in Deutschland doch nicht so ganz nachvollziehen können, aber im Großen und Ganzen war es auch für einen DVD Englischschüler wie mich sehr lustig. Was mich besonders beeindruckt hat, war die Haltung der Kollegen. Die kamen wirklich so auf die Bühne, als würden sie eben noch an der Theke sitzen und dann plötzlich eine Idee im Kopf haben, die sie mal eben vor Publikum loswerden wollten. Stand-Up eben! Toll. Das will ich auch. Morgen!

Meinen ersten Auftritt in New York hatte ich um 5.30 Uhr PM. Die Clubs dort machen mehrere Shows in mehreren Sälen und meine war die Erste. Im Publikum saßen ca. 45 Leute. Nicht das große Publikum aber es war mein erstes Englisches.

Wow! Ich wurde vom Moderator sehr nett angekündigt – glaube ich denn als ich auf die Bühne bin wurde ich sehr herzlich empfangen. Nur ein Mikrofon und ein Barhocker, mehr haben die da nicht auf der Bühne. Der Barhocker ist obligatorisch. Steht immer da. Da kann der Künstler sein Getränk abstellen mit dem er auf die Bühne kommt (unterstreicht den spontanen Charakter) oder seinen Wecker (habe Comix gesehen die sich eine Eieruhr mitgebracht hatten um nicht über ihre verabredete Zeit zu kommen. Gute Idee – sollte ich mir merken!), Texte, Diktiergerät oder einfach seinen Komikerhintern. Ich hätte dort meine Packung Baldrian abgelegt, wenn ich sie nicht schon im Bauch gehabt hätte.

Ich schaue ins Publikum und werde geblendet von den Scheinwerfern. Ich sehe ein wenig von der ersten Reihe, okay, das ist schon mal wie bei uns. Ich denke wieder an die Worte von meinen englischsprachigen Kollegen aus Deutschland:

„Sei du selbst und spiel mit den Klischees“.

Und dann hab ich angefangen: „Hello, my name ist Lars. I come from Germany. But don´t shoot me, I come in peace!“ (Lacher).

Ich erzähle, dass ich jetzt ein sehr, sehr gutes Englisch spreche (Lacher), völlig Akzentfrei (Lacher) und dass ich mittlerweile für einen echten New Yorker gehalten werde (Lacher und Applaus).

Ich erzähle davon, dass ich früher schon mal versucht hatte in die USA einzureisen, aber völlig ohne Englischkenntnisse und dass es da einige Verwirrungen bei der Sicherheitskontrolle gab, weil mir ein “netter, hilfsbereiter“ Mann aus England mir bei meiner Übersetzung geholfen hatte. Ich spiele die Szene wie ich vor dem böse dreinschauenden Sicherheitsbeamten stehe (Lacher) meinen Zettel zücke und die Übersetzung die ich nicht verstand naiv vorlese: „Hello, you son of bitch. I am a neonazi from Germany. I am carrying a bomb and I want to know the way to the mainstation, because I am the toyboy from Osma Bin Laden.“

Ich hatte 5 Minuten, daraus wurden sieben. Und als ich mit meinem Vortrag fertig war und von der Bühne bin mit „Thank you“ …… aber das erfahrt Ihr nächste Woche im Vierten und letzten Teil.

Euer Lars Hohlfeld

——————–

Unser Gastautor Lars Hohlfeld ist Stand-Up Comedian und Comedy Autor. Mehr zu ihm und seinem aktuellen Bühnenprogramm erfahrt ihr auf www.derlars.com

Den ersten Teil der New York Serie gibt es hier. Den zweiten Teil hier.

3 Kommentare »

  • koenich schrieb:

    Hallo,

    ich finde die Gastbeiträge von Lars Hohlfeld super. Ich freue mich schon auf den vierten, und leider letzten Teil. @ Lars, du solltest auch regelmäßig bloggen, sehr unterhaltsam wie du schreibst.

    # 15. Mai 2009 um 08:58 Uhr
  • KJ Deuser schrieb:

    das finde ich auch. knacki

    # 15. Mai 2009 um 10:25 Uhr
  • Lars schrieb:

    @Koenich, danke für die Blumen.
    Ich habe auf meiner Seite jetzt auch einen Blog einrichten lassen.
    Da ist auch schon was zum Kita Streik heute drauf.
    lg
    lars

    # 15. Mai 2009 um 12:32 Uhr

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