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Stand-Up A-Z: V wie Vorbereitung

KJ Deuser 2. September 2009 2 Kommentare

leiter Um lustig zu sein, reicht es oft nicht aus gutes Material zu haben, du musst auch noch wissen, wie du es richtig einsetzt. Und das liegt nicht nur an deinen Präsentationsfähigkeiten, sondern auch an deiner Fähigkeit, dich auf unterschiedliche Auftrittsgelegenheiten und Umgebungen einzustellen. Gerade in der Anfangszeit können die Orte und die Gelegenheiten, bei denen du auftrittst, nicht unterschiedlicher sein. Kleine Mixshows, erste Festivals, danach vielleicht schon die ein oder andere Gala, sei es auf Betriebsfesten, für Konferenzen oder Jubiläen. Wichtig ist, dass du dir im Vorfeld möglichst viele Informationen über die Rahmenbedingungen beschaffst.

Die großen W´s!

  • Wo spielst du?
  • Wann geht es los?
  • Wie viele Zuschauer werden erwartet?
  • Wer kommt oder ist eingeladen?
  • Warum kommen sie oder sind sie eingeladen?
  • Wie sieht die Bühnensituation aus?

Schon die Beantwortung dieser simplen Fragen, kann dir dein Leben erheblich vereinfachen. Die Uhrzeit ist elementar. Ich trete lieber vormittags bei einer Konferenz, als bei einer Diner-Gala um 23:00 auf. Morgens sind die Zuschauer zwar müde, aber noch nüchtern. Sie sind in der Regel höflich und hören zu, lachen dafür aber später. Abends, wenn die Menschen was getrunken haben und wahrscheinlich nur noch reden wollen, muss ich viel kürzer und mit viel mehr Druck spielen. Nicht lange Fackeln, sondern sofort loslegen. Sind es Fans, die zu deinem Auftritt kommen, oder sind es Mitarbeiter bzw. Kunden eines Unternehmens? Warum kommen sie? Weil sie dich sehen wollen, oder weil die Firma, die dich engagiert hat, ihnen später etwas verkaufen will? Ist es eine Open-Air Veranstaltung mit Bierständen und dementsprechend viel Krach und Ablenkung, oder ist ein kleines gemütliches Theater?
Es hilft, wenn du dir nach und nach deinen persönlichen Fragenkatalog zusammenstellst und dir schon im Vorfeld überlegst, wie du dein Material bestmöglich einsetzt. Dieser simple Tipp hilft für jede Form der Präsentation. Wenn du zum Beispiel ein Referat an der Uni halten musst, und weißt, dass keiner Lust hat anwesend zu sein, dann such nach einer Einleitung, die genau mit der Kenntnis dieser Situation spielt. „Zuschauer abholen“ ist einer der fundamentalen Tricks für erfolgreiche Präsentation. Ich habe schon einmal über „Publikum lesen“ gesprochen. Das ist das Feintuning, aber die eigentliche Arbeit beginnt im Vorfeld. Wenn man gut vorbereitet ist, kann man sich dann auf der Bühne voll auf seine eigentliche Arbeit konzentrieren.
Ich kenne viel Comedians, die sich sagen, sie wollen nicht ständig mit unterschiedlichen Bedingungen konfrontiert werden und spielen daher nur ihre Soloshows. Wenn du es dir leisten kannst, ist das sicherlich eine sehr angenehme Form des Spielens. Du bestimmst Zeit, Ort und Größe des Auftritts und hast nicht so viel Stress mit den Vorbereitungen. Du musst dir nur klar machen, dass der Weg dorthin oft noch schwerer ist.

2 Kommentare »

  • Steve Dix schrieb:

    War dieses Stück inspiriert von einem Engländer, der sein routine über Star Wars gespielt hat für eine Publikum das komplett aus Ost Deutschland stammt, oder?

    Die haben alle wie einen Hund ausgesehen, dem ein Kartentrick gezeigt würde..

    # 4. September 2009 um 10:23 Uhr
  • Rob Vegas schrieb:

    Dachte bei meinem ersten StandUp in Berlin…ein Gag über meine Heimat Bielefeld kommt sicher super als Icebreaker. Saßen dann aber komischerweise doch ein paar Leute aus Ostwestfalen in der ersten Reihe ;-)

    Man muss dann schnell reagieren. Verstörender ist doch aber meist die Tatsache wenn Leute auf einmal über Randbemerkungen lachen, welche man gar nicht eingeplant hat. Jedes Publikum ist neu, anders und lacht bisweilen sogar über andere Teile des Programms.

    # 24. September 2009 um 21:28 Uhr

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