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	<title>Deuser or Die &#187; Niegelungen</title>
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		<title>05.12.1982 &#8211; „Warum lachen die?“</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Aug 2009 08:30:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KJ Deuser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bin ich noch nervös vor Auftritten? Selten und das macht die Nervosität so extrem heimtückisch. Früher war es einfacher, da wusste ich, in 2 Stunden trittst du auf und logischerweise fühlst du dich gleich so richtig übel und beginnst über neue Berufsmöglichkeiten nachzudenken. Das war anstrengend, aber berechenbar. Heutzutage werde ich immer entspannter je näher der Auftritt rückt. Die Gewissheit, dass mittlerweile sogar Menschen zu meinen Auftritten kommen, die nicht mit mir verwandt sind und das Gefühl, einer grundsätzlichen Kontrolle über meine Arbeit puscht mich jedes mal enorm.
Dummerweise trifft diese ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bin ich noch nervös vor Auftritten? Selten und das macht die Nervosität so extrem heimtückisch. Früher war es einfacher, da wusste ich, in 2 Stunden trittst du auf und logischerweise fühlst du dich gleich so richtig übel und beginnst über neue Berufsmöglichkeiten nachzudenken. Das war anstrengend, aber berechenbar. Heutzutage werde ich immer entspannter je näher der Auftritt rückt. Die Gewissheit, dass mittlerweile sogar Menschen zu meinen Auftritten kommen, die nicht mit mir verwandt sind und das Gefühl, einer grundsätzlichen Kontrolle über meine Arbeit puscht mich jedes mal enorm.<br />
Dummerweise trifft diese Aussage nur auf 95 % meiner Auftritte zu. Die restlichen 5%, die dann auch noch vollkommen unvorhersehbar auftreten, treffen mich dann &#8211; sozusagen zum Ausgleich &#8211; mit einem Vielfachen der Wucht von früher.</p>
<p>Wer braucht Nervosität? Wessen Idee ist diese Nervosität? Klingt sehr nach katholischer Kirche &#8211; oder? Wenn Menschen schon etwas tun, was ihnen Spaß macht, sollen sie zumindestens vorher leiden. Wissenschaftler wiederum erklären Nervosität mit einem Schutzmechanismus der Natur, der, ausgelöst durch einen erhöhten Adrenalinausstoß, zu größeren Leistungen führen soll. Größere Leistung durch Nervosität? Waren Wissenschaftler jemals nervös? Wie soll das aussehen? Ich werde zu den Löwen in die Arena geschickt und aufgrund meiner Nervosität fangen meine Hände so an zu zittern, dass ich mit einem einzigen Speerwurf direkt drei Löwen treffe?</p>
<p>Doch selbst die schlimmsten Momente der Jetztzeit reichen nicht im entferntesten an den meines ersten öffentlichen Auftritts außerhalb der Schule heran.<br />
Ein Freund von mir, der seinen Zivildienst an der katholischen Hochschulgemeinde (KHG) in Koblenz absolvierte, überredete mich und einen dritten Freund gemeinsam mit ihm eine Weihnachtsshow auf die Beine zu stellen. Super Idee. Zumindestens hielt ich das 2 Wochen vorher für eine super Idee. Am Morgen des Auftrittstages sah ich das schon anderes und 2 Stunden vor Showbeginn ging gar nichts mehr. Ich wusste überhaupt nicht mehr, wie ich die Zeit verbringen sollte? Gerne hätte ich mich ja irgendwie abgelenkt, aber mir fiel vor lauter Nervosität einfach nichts ein. Aus der Not heraus begann ich zum wiederholten Male mein Kostüm zu überprüfen, welches ich natürlich schon seit 2 Stunden anhatte und von dem ich wusste, dass es die Fahrkarte zum Erfolg sein würde. Uns Dreien war klar, um Lacher zu erzielen, musst du mit der Erwartungshaltung der Zuschauer spielen und sie verblüffen. Da es eine komische Weihnachtsshow werden sollte und wir schon seit unserer Schulzeit für unsere schrägen Ideen bekannt waren, war uns klar, dass die Zuschauer natürlich erwarten würden uns als Osterhasen oder Pfingstochsen auf der Bühne zu sehen. Aber nicht mit uns. Wir würden sie mit dem Kostüm verblüffen, mit dem sie mit Sicherheit nicht rechnen würden: Drei perfekt verkleidete Weihnachtsmänner. Und wenn ich perfekt sage, dann meine ich auch perfekt. Allein für den Bart habe ich zwei Packungen Watte und eine ganze Tube Pattex verarbeitet. Pattex und Watte, eine sicherlich etwas unkonventionelle, und wie ich feststellen musste, sehr aufwendige Methode, aber mit hohem Ablenkungspotenzial.</p>
<p>Doch irgendwann war die Tube leer und alles, was ich an Watte hatte, war verbraucht. Noch 5 Minuten. Meine Bauch rumorte. Mein Kopf war benebelt. Gut, letzteres konnte auch auf die Ausdünstungen von 300 Gramm Klebstoff am meinem Kinn zurückzuführen sein. Tatsache war jedoch, mir ging es richtig mies und ich konnte mich nicht erinnern, dass es mir jemals schlechter gegangen wäre. Gut dass ich nicht in die Zukunft blicken konnte, denn 2 Minuten später war meine Nervosität auf dem nächsten Level. Durch den ganzen Stress hatte ich doch komplett unseren Pfarrer vergessen. Mit den Sätzen: „Oh, so viele Leute hatten wir ja noch nie. Hoffentlich klappt es heute.“ betrat er die Bühne und hielt eine 5 minütige Einleitung, mit Hinweisen auf Hilfsaktionen für hungernde Kinder in Afrika, incl. plastischer Beschreibung des dortigen Elendes. Super, die perfekte Einleitung für eine Comedyshow. Wir überlegten krampfhaft, wie wir einen kirchlichen Notfall herbeileiten könnten oder ob wir seine Ministranten entführen sollten, als er uns überraschenderweise dann doch die Bühne überließ. Ist ihm aber nicht leicht gefallen.</p>
<p>Entweder waren unsere Zuschauer so extrem schlau, dass sie mit unserer perfekt ausgetüftelten Verblüffungsaktion gerechnet haben oder wir waren doch noch nicht so bekannt für unsere schrägen Ideen, denn wirklich verblüfft war niemand über unseren Coup de Kostüm. Selbst mein Bart bekam, trotz geschickter Präsentation keinen Extraapplaus. Wenn das aber schon das Schlimmste gewesen wäre, hätte dieser Tag noch als Erfolg verbucht werden können. Natürlich kam es noch schlimmer. Obwohl der Anfang gar nicht so schlecht lief. Die Zuschauer lachten mehr, als wir es uns erhofft hatten und erstaunlicherweise spürten wir, wie auch sie immer entspannter wurden. Ein Phänomen, das ich erst viel später verstanden habe. Nicht nur Künstler, auch Zuschauer können nervös es sein. Sei es bei Premieren oder wenn sie die Künstler gut kennen oder wenn es nicht richtig voll ist, dann leiden die Zuschauer schnell mit den Künstlern mit. Gefährliche Situation, denn Mitleid erzeugt keine Lacher. Die Zuschauer mögen dich, lachen aber nicht. Daher muss man ihnen so schnell wie möglich das Gefühl geben, dass du alles unter Kontrolle hast. Vielleicht hat es gereicht, dass meine zwei Kollegen ihnen dieses Gefühl gegeben haben, denn meine Anspannung nahm und nahm nicht ab.</p>
<p><img class="aligncenter size-large wp-image-1790" title="lampenfieber" src="http://www.deuserordie.de/WP/wp-content/uploads/2009/08/lampenfieber-1024x377.jpg" alt="lampenfieber" width="590" height="217" /><br />
Um ganz ehrlich zu sein, habe ich den wahren Grund für meine enorme Nervosität bisher auch noch gar nicht offenbart: Heute durfte ich zum ersten Male ernsthaft vor Publikum steppen. Seit dem <a href="http://www.deuserordie.de/2008/07/30/jugenderinnerungen-%e2%80%9ekomiker-werden%e2%80%9c-23/">4. Schuljahr</a> wollte ich immer steppen lernen. Aber wie pubertierende Jungens nun mal so sind, habe ich mich nie getraut eine Ballettschule zu besuchen, trotzdem nie aufgehört davon zu träumen.</p>
<p>Ende des vorangegangenen Sommers, ich war jetzt 20, habe ich dann die ersten Steppunterrichtstunden genommen und es trat zutage, was mir schon immer klar war: Ich war der legitime Nachfahre von Fred Astaire und dies wollte ich heute der Weltöffentlichkeit kundtun. Nach fast 30 Minuten war es soweit. „Jingle Bells on tap.“ Ich, als Weihnachtsmann mit Bart, Stock und Weihnachtsmütze, steppte zu einer instrumentalen Jazzversion dieses Weihnachtsklassikers wie um mein Leben. Man war ich gut! Es gab nur ein einziges kleines Problem. Niemand hörte das Steppen. Mist. Ein erster kurzer Blick nach unten. Die richtigen Schuhe hatte ich an und ich steppte auch auf der Holzfläche der Bühne und nicht auf dem Teppichboden. Ok., dann muss es wohl an der Musik liegen. Doch egal wie geschickt ich dem Techniker zu verstehen gab die Musik leiser zu fahren, er reagierte nicht. Was soll man auch von einem Pfarrer erwarten, der sich freiwillig anbietet den Ton zu steuern? Als ob ich in der Kirche jemals etwas verstanden hätte.</p>
<p>Nur zum Verständnis, ich war zwar verzweifelt aber ich steppte weiter. Vielleicht sollte ich besser sagen, jetzt stampfte ich weiter. Nichts, kein Ton, aber die ersten Lacher. Mittlerweile hatte sogar der Pfarrer die Situation bemerkt und begann an der Musikanlage herumzuspielen, mit dem Ergebnis, dass man jetzt weder Steppen noch Musik hörte. Immer mehr Zuschauer lachten. Das war es nicht, was ich wollte. Doch ich war nicht bereit jetzt schon meine Tanzkarriere zu beenden. Schließlich sang ich die letzte Strophe des Liedes selber und bearbeitete den Boden mit der ganzen Kraft meiner durch 10 Jahre intensives Mittelstreckentraining geschulter Beine. Nichts. Ich sprang, hüpfte, schlug meine Füße wie einen Hammer auf einen Amboss. Kein Ton, nichts, null, niente. Nicht nur, dass die Zuschauer lachten, jetzt klatschten sie auch noch. Mit dem letzten Ton sprang ich in eine lang geprobte Abschlusspose. Auf dem rechten Bein balancierend, die Arme zur Seite gestreckt und das linke Bein angewinkelt nach vorne in die Luft haltend, konnte ich zum ersten Mal unter meinen Schuh schauen. Zwei Wörter entwichen meinem Mund. „Oh, Watte.“<br />
Danach gab es kein Halten mehr. Die Zuschauer tobten. Auch später hörte ich nur tolle Kommentare. „Wahnsinnsidee, ein Wattestepp. Wie abgefahren. Eine Steppnummer mit den Watteschuhen. Das musst du auf jeden Fall weitermachen. Suuuper Idee.“</p>
<p>Was sollte jetzt aus mir werden? Ich wollte doch an den Broadway? Tänzer werden. Und was wurde ich? Ein Clown. Dieser komplexe Watte-Pattex-Verbund, den ich so sorgfältig zu einem Bart verarbeitet hatte, klebte genauso fest unter meinen Steppschuhen wie an meinem Kinn und verhalf mir so zu einer der leisesten und lustigsten Steppnummern aller Zeiten. Als ob dieser Tiefschlag nicht gereicht hätte, haben wir drei uns an diesem Abend auch noch entschieden eine Comedytruppe zu gründen: <a href="http://www.deuserordie.de/2009/04/27/sag-nichts-gegen-%e2%80%9eold-school%e2%80%9c/">Die Niegelungen</a>! Na gut, dann habe ich halt damit die nächsten 11 Jahre mein Geld verdient. Manche Chancen muss man einfach ergreifen, auch wenn sie weh tun!</p>
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		<title>&#8220;Der ist bestimmt von der Presse&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Jul 2009 12:11:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KJ Deuser</dc:creator>
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Ich weiß nicht, was mich an diesem Tag mehr verblüfft hat, dass Kinder immer noch Gabi heißen oder die Tatsache, dass ich jetzt seit über zwanzig Jahren in Köln wohne und noch nie im Sommer nach Rodenkirchen zu den dortigen kleinen Rheinbuchten mit ihren großen Sandstränden gefahren bin? Mir ist oft davon erzählt worden, aber ich weiß auch das Kölner, wenn es um die Schönheit ihre Stadt geht, gerne übertreiben. Köln ist lustig, ja, aber schön? Nein!
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.deuserordie.de/WP/wp-content/uploads/2009/07/blind.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1625" title="blind" src="http://www.deuserordie.de/WP/wp-content/uploads/2009/07/blind.jpg" alt="blind" width="589" height="346" /></a></p>
<p>Ich weiß nicht, was mich an diesem Tag mehr verblüfft hat, dass Kinder immer noch Gabi heißen oder die Tatsache, dass ich jetzt seit über zwanzig Jahren in Köln wohne und noch nie im Sommer nach Rodenkirchen zu den dortigen kleinen Rheinbuchten mit ihren großen Sandstränden gefahren bin? Mir ist oft davon erzählt worden, aber ich weiß auch das Kölner, wenn es um die Schönheit ihre Stadt geht, gerne übertreiben. Köln ist lustig, ja, aber schön? Nein!<br />
Doch die Sandstrände sind es tatsächlich und bei 28 Grad fühlte ich mich fast wie im Urlaub, wenn nicht die Mutter neben mir ständig nach ihrer Gabi gerufen hätte. Wer, bitte schön, nennt denn heutzutage sein Kind noch Gabi? Moderne Kinder heißen Kina, Samina, Hanalika, Marbello. Der aktuelle Kindernamen-Trend geht zu den sogenannten First Call-Names. Namen, die es noch nie gab und an die sich auch noch nicht einmal die nächsten Verwandten beim nächsten Besuch erinnern können. Ein bisschen beruhigt war ich, als ich merkte, dass die Frau nicht nach ihrer Tochter, sondern nach ihrer Mutter rief, die langsam den Rhein herunter trieb. Es hatte was, wie der Vierer-Ohne des örtlichen Rudervereins diese bestimmt knapp 100 Kilo schwere kölsche Frau wieder zurück in die Bucht verfrachtet hat. Mich hat nur gewundert, dass die Kölner während des Rettungsversuchs nicht gesungen haben.</p>
<p>Die Mutter war schon nicht schön, aber die Tochter, die ich zuerst für die Mutter gehalten habe, war es erst recht nicht. Kaum kam mir diese Erkenntnis habe ich mir sofort Vorwürfe gemacht: „Schau jetzt bitte nicht immer zu der Frau. Die kann nichts dafür. Die ist bestimmt nett.“ Aber wenn du dich einmal auf jemanden eingeschossen hast, dann kannst du einfach nicht mehr weggucken. Viellicht war es Zufall, aber mit einem Mal sah ich überall auf dem Strand ihre Verwandten im Körper. Ich glaube so etwas nennt man selektive Wahrnehmung. Ein Effekt den jeder, der einmal auf Bühne gestanden hat, kennt. 100 Leute lachen, aber du siehst die einzige Person im Zuschauerraum, die nicht einzige Miene verzieht.</p>
<p>1984, mein zweites Jahr auf der Bühne, spielten wir im Sommer mit den Niegelungen auf einem kleinen Festival in der Nähe von Villingen-Schwenningen. Ca. 150 Personen, die von Anfang an richtig Spaß hatten. Nur ein einzelner Mann in der dritten Reihe sah mich die ganze Zeit irgendwie merkwürdig an und lachte während der ersten 30 Minuten nicht ein einziges Mal. Was solls, dafür waren ja die anderen supergut drauf. Wenn es doch so einfach wäre. Ob ich wollte oder nicht, mein Blick schweifte immer wieder zu diesem Mann. Irgendwann wird der doch wohl mal lachen? Nein. Nichts. Kein Lachen, kein Lächlen nur konzentriertes Starren. Blödmann.<br />
Während der Pause fragte ich meine zwei Mitstreiter, ob sie den Typen in der dritten Reihe gesehen hätten. Klar haben sie ihn gesehen. Wie kann man denn jemanden übersehen, der bei einer solchen Hammer Show nicht lacht. Langsam wurde ich sauer. Warum ist der überhaupt hier? Wenn er schon keinen Spaß am Leben hat, dann muss er sich doch keine Comedyshow ansehen? Oder hat ist es seine Lebensaufgabe andere Menschen runter zu ziehen, am besten noch die auf der Bühne, damit die bloß nie wieder versuchen andere zum Lachen zu bringen? Das einzig Gute war, wir hatten Pause und in der Regel machen sich solche Typen dann vom Acker, weil sie ihre schlechte Laune selber nicht mehr aushalten. Nicht er. Kaum hatten wie mit dem zweiten Teil angefangen, sah ich ihn schon wieder. Wow, ein Profi, der schafft es tatsächlich dir auch noch die zweite Hälfte zu vermiesen. Was mich noch mehr als sein nicht vorhandenes Lachen irritierte, war sein konzentriertes Starren. Was ist mit dem los? Geh, hau ab. Was hab ich dir getan? Plötzlich wurde es mir klar. Er ist der Mann von der Presse. Nicht nur, dass er keinen Spaß hat, nein, er genießt es jetzt schon wie er uns morgen in der örtlichen Zeitung total niedermacht. So dankbar wir damals über jede ausbezahlte Gage waren, viel wichtiger war aber eine gute Pressekritik. Es gab noch keine TV-Sendungen, wo du als Jungcomedian auftreten und bekannt werden konntest. Von daher hingen deine weiteren Auftritte fast ausschließlich von einzelnen Pressekritiken ab, nur die garantierten neue Auftritte. Eine gute Kritik aus Villingen-Schwenningen hätte uns das Tor zum kompletten Schwarzwald aufgemacht.</p>
<p>Ich weiß gar nicht mehr, wie die Show zu Ende ging, ob alle anderen Zuschauer weiterhin lachten, ob sie alle bis zur Zugabe blieben. Ich war fertig und frustriert. Kaum waren wir wieder in unsere Garderobe kam auch schon der Veranstalter und gratulierte uns. Kein Wort habe ich ihm geglaubt. Wir waren jung und er wahrscheinlich gut erzogen und wollte uns deshalb wahrscheinlich nicht sofort fertigmachen. Er lud uns sogar noch an die Bar ein. Dort würde ein Zuschauer sitzen, der gerne einmal persönlich mit uns sprechen würde. Auch wir waren gut erzogen, also gingen wir raus. Es ist ja klar, wer da auf uns wartete. Deshalb war der Veranstalter so nett. Die Zwei hatten das wahrscheinlich den ganzen Tag schon geplant. Nicht nur das diese eine Person nie lachte und uns morgen mit ihrer Kritik endgültig den Boden unter den Füssen wegreißen würde, jetzt musste er uns das alles auch noch persönlich sagen. Warum sind wir bloß hier hingefahren?</p>
<p>Ich weiß noch ganz genau, was dieser Mensch uns damals sagte. Er erzählte uns, dass er blind sei und so etwas noch nie erlebt hat. Da wir ja nicht die ganze Zeit gesprochen hätten, sei es für ihn nicht immer leicht gewesen der Show zu folgen, doch er hätte sich wahnsinnig konzentriert, um ja nichts zu verpassen. Auch wenn es ihn oft belastet blind zu sein, hätte er es heute während unserer Show total vergessen. Er wollte uns nur einmal sagen, wie toll er alles gefunden hat, wie viel Spaß und Energie wir ihm mitgegeben hätten und er wünscht uns, dass wir es noch ganz weit bringen würden.</p>
<p>Selten habe ich mich nach einem Auftritt schuldiger gefühlt als damals und doch führte dieser Abend zu einer der wichtigsten Bühnenerkenntnisse meines Lebens. Sobald du auf irgendeiner Bühne stehst, machst du dich abhängig von der Meinung anderer Menschen. Und negative Reaktionen haben immer eine stärkere Wirkung als eine Positive, aber lass dich nicht zu schnell verrückt machen. Es liegt nicht immer nur an dir, wenn mal irgendetwas nicht so funktioniert wie du es erwartest. Manche Zuschauer kommen schon gestresst zur Show oder sie sind gezwungen worden mit zu gehen oder sie sind krank oder sie verstehen kein deutsch. Konzentrier dich auf die Personen, die dir zuhören und auf deiner Seite stehen. Nur über diese kannst du dann auch den Rest der Zuhörer überzeugen.</p>
<p>Klingt einfach, ist es aber nicht. Ich habe auch immer auf die dicke Frau am Strand anschauen müssen. So hässlich konnte man einfach nicht sein. War sie auch nicht, denn sie war Teil eines Fernsehfilms. Jetzt weiß ich auch warum niemand sang und der Strand so schön war.</p>
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		<title>&#8220;Die Könige der Komiker&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Jun 2009 11:29:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KJ Deuser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[[Kritik, Generalanzeiger 9./10.05.2009]
Hier noch ein kurzer Nachtrag zur Niegelungen-Premiere. Die Kritik aus dem Generalanzeiger zeigt das nicht nur wir Spaß hatten. Wir freuen uns auf Oktober wenn es wieder weitergeht. 
Die Niegelungen&#8230; sind zurück!
16.10.: Koblenz, Cafe Hahn
19.10. &#038; 21.10.: Bonn, Pantheon Theater
27.10.: Köln, Gloria Theater
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.deuserordie.de/WP/wp-content/uploads/2009/06/kingcomedy_thumb.jpg" alt="kingcomedy_thumb" title="kingcomedy_thumb" width="500" height="226" class="alignnone size-full wp-image-1273" /><a href='http://www.deuserordie.de/WP/wp-content/uploads/2009/06/niegelungen_generalanzeiger.pdf'>[Kritik, Generalanzeiger 9./10.05.2009]</a></p>
<p>Hier noch ein kurzer Nachtrag zur <a href="http://www.myspace.com/niegelungen">Niegelungen</a>-Premiere. Die Kritik aus dem Generalanzeiger zeigt das nicht nur wir Spaß hatten. Wir freuen uns auf Oktober wenn es wieder weitergeht. </p>
<p><strong>Die Niegelungen&#8230; sind zurück!</strong><br />
16.10.: Koblenz, Cafe Hahn<br />
19.10. &#038; 21.10.: Bonn, Pantheon Theater<br />
27.10.: Köln, Gloria Theater</p>
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		<title>&#8220;Comedy-Comeback des Jahres&#8221;</title>
		<link>http://www.deuserordie.de/2009/04/29/comedy-comeback-des-jahres/</link>
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		<pubDate>Wed, 29 Apr 2009 12:29:28 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[
Das Stand-Up A-Z fällt heute leider aus da ich noch mit der Nachbearbeitung der Niegelungen-Auftritte vom Wochenende beschäftigt bin (Kostüme finden, waschen, flicken etc.). Nächste Woche geht es hier wieder weiter mit dem A-Z.
Bis dahin könnt ihr schon einmal die erste, schöne Kritik unseres Niegelungen Revivals lesen (Rheinzeitung Koblenz). Ich hoffe das macht Lust auf mehr. In Kürze erscheinen auch ein paar Ausschnitte auf YouTube.

]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-976" title="nieg_head1" src="http://www.deuserordie.de/WP/wp-content/uploads/2009/04/nieg_head1.jpg" alt="nieg_head1" width="500" height="63" /></p>
<p>Das <a href="http://www.deuserordie.de/category/stand-up-a-z/">Stand-Up A-Z</a> fällt heute leider aus da ich noch mit der Nachbearbeitung der Niegelungen-Auftritte vom Wochenende beschäftigt bin (Kostüme finden, waschen, flicken etc.). Nächste Woche geht es hier wieder weiter mit dem <em>A-Z</em>.</p>
<p>Bis dahin könnt ihr schon einmal die erste, schöne Kritik unseres <a href="http://www.myspace.com/niegelungen">Niegelungen</a> Revivals lesen (Rheinzeitung Koblenz). Ich hoffe das macht Lust auf mehr. In Kürze erscheinen auch ein paar Ausschnitte auf YouTube.<span id="more-977"></span></p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-978 aligncenter" title="nieg" src="http://www.deuserordie.de/WP/wp-content/uploads/2009/04/nieg.jpg" alt="nieg" width="300" height="2640" /></p>
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		<title>Sag nichts gegen „Old School“</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Apr 2009 09:25:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KJ Deuser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[
Was für ein Wochenende.
1983 hatten wir den ersten Auftritt. Im März 1994 haben wir nach 11 Jahren und über 1500 Auftritten aufgehört. 2001 gab es ein zweitägiges Intermezzo und am Freitag (24.04.2009) dann das Comeback.
Was für ein Spaß und was für ein Chaos: 
Die Niegelungen sind back &#8211; und wie.
Ich gehe mal davon aus, dass wir die Reaktionen der Zuschauer richtig gelesen haben und diese ersten drei Auftritte als Erfolg verbuchen können.
Ein bisschen älter, aber auch nur ein bisschen, sind wir vielleicht geworden. Doch alles in allem haben wir vier ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-967" title="11" src="http://www.deuserordie.de/WP/wp-content/uploads/2009/04/11.jpg" alt="11" width="500" height="282" /></p>
<p><strong>Was für ein Wochenende.</strong></p>
<p>1983 hatten wir den ersten Auftritt. Im März 1994 haben wir nach 11 Jahren und über 1500 Auftritten aufgehört. 2001 gab es ein zweitägiges Intermezzo und am Freitag (24.04.2009) dann das Comeback.<br />
Was für ein Spaß und was für ein Chaos: <strong><br />
Die Niegelungen sind back &#8211; und wie.</strong><br />
Ich gehe mal davon aus, dass wir die Reaktionen der Zuschauer richtig gelesen haben und diese ersten drei Auftritte als Erfolg verbuchen können.<span id="more-950"></span></p>
<p>Ein bisschen älter, aber auch nur ein bisschen, sind wir vielleicht geworden. Doch alles in allem haben wir vier uns doch recht gut gehalten. Das ist jetzt kein<em> fishing for compliments</em>, wir sind nur enorm stolz, dass wir uns aufgrund einer extrem harten und ausgeklügelten Diät (am Tag vor der Premiere kein Bier) so fit gehalten haben.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-952" title="2" src="http://www.deuserordie.de/WP/wp-content/uploads/2009/04/2.jpg" alt="2" width="500" height="282" /></p>
<p>Obwohl es keine Frage des Gewichtes war, eher eine Frage des Mutes, diese Kostüme zu tragen. Rückblickend muss ich sagen, dass Prof. Andreas (<a href="http://www.andreas-grimm.com/main.htm">Grimm</a>) als Frosch einer der Stützpfeiler der Show war. Sowohl musikalisch als auch durch seine grandiose inhaltliche Umsetzung seines Kostümes. Dass Roberto (<a href="http://www.capitoni.de/">Capitoni</a>) alles tragen kann, hat er nicht nur als Bär, sondern auch als Opa gezeigt. (Mitte) Ich hatte manchmal richtig Angst vor diesem alten Nörgler.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-953" title="3" src="http://www.deuserordie.de/WP/wp-content/uploads/2009/04/3.jpg" alt="3" width="500" height="280" /></p>
<p>Oder hier als Witwe Bolte. Sexy.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-954" title="4" src="http://www.deuserordie.de/WP/wp-content/uploads/2009/04/4.jpg" alt="4" width="500" height="282" /></p>
<p>Tolle Nummer. Großartig Idee: Die Niegelungen spielen Max &amp; Moritz. Was die wenigsten wissen, die Niegelungen haben auch ein Kinderprogramm. Im Prinzip dasselbe wie die Abendshow, nur für die Kinder spielen wir die Nummern etwas brutaler. Eigentlich ist Max &amp; Moritz ein Acht-Personen-Stück, dummerweise stehen mit Roberto und mir nur zwei Personen zur Verfügung.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-955" title="5" src="http://www.deuserordie.de/WP/wp-content/uploads/2009/04/5.jpg" alt="5" width="500" height="280" /></p>
<p>Nicht immer können Bilder die Panik abbilden, die uns beim Spielen im Gesicht stand. Nicht nur, dass wir uns ständig umziehen mussten, leider haben wir auch zwei mal die Türen verwechselt, hinter denen wir stehen mussten. Selten ist Verzweiflung glaubwürdiger auf der Bühne dargestellt worden. Zum Glück gab es mit Ralf (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ralf_G%C3%BCnther_(Brainpool)">Günther</a>) ja den einen Mann, der mit seinen schrägen Ideen uns immer wieder in Nummern trieb, die auch wir nicht so erwartet haben.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-956" title="6" src="http://www.deuserordie.de/WP/wp-content/uploads/2009/04/6.jpg" alt="6" width="500" height="278" /></p>
<p>Die folgende Nummer möchte ich nicht kommentieren. Ich dachte nie, dass ich sie mal mitspielen würde.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-957" title="7" src="http://www.deuserordie.de/WP/wp-content/uploads/2009/04/7.jpg" alt="7" width="500" height="279" /></p>
<p>(Jungs, danke, für dieses Vergnügen…)</p>
<p>Und Spaß hatten wir. Ralf hat es geschafft, dass sowohl ich als auch Roberto auf der Bühne fast zusammengebrochen sind.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-959" title="8" src="http://www.deuserordie.de/WP/wp-content/uploads/2009/04/8.jpg" alt="8" width="500" height="279" /></p>
<p>Aber meinen absoluten Lieblingssatz brachte Roberto in der Garderobe: „Wer spielt denn gerade die Prinzessin?“ Natürlich wusste er, wer sie spielt. Ich. Aber ich stand gerade neben ihm und zog mich für den „Pantomimen mit Tourette-Syndrom“ um. Da hat Ralf den Frosch wohl umsonst geküsst.<br />
Versteht mich nicht falsch. 90% der Show waren hoch-professionell und das haben wir auch auf der Bühne so dargestellt.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-960" title="9" src="http://www.deuserordie.de/WP/wp-content/uploads/2009/04/9.jpg" alt="9" width="500" height="280" /></p>
<p>Ich freue mich jetzt schon auf Oktober, wenn das <a href="http://www.myspace.com/niegelungen">schauspielerische Phantasialand</a> für große Jungs weitergeht.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-961" title="10" src="http://www.deuserordie.de/WP/wp-content/uploads/2009/04/10.jpg" alt="10" width="500" height="281" /></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Nachhaltigkeit und Comedy</title>
		<link>http://www.deuserordie.de/2008/07/14/nachhaltigkeit-und-comedy/</link>
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		<pubDate>Mon, 14 Jul 2008 11:18:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KJ Deuser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thinktank]]></category>
		<category><![CDATA[Comedy]]></category>
		<category><![CDATA[long run]]></category>
		<category><![CDATA[nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Niegelungen]]></category>
		<category><![CDATA[quote]]></category>
		<category><![CDATA[stromberg]]></category>

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		<description><![CDATA[
Ich habe gerade zwei Tage recht intensiv auf einer Konferenz für eines der größten Handels- und Touristikunternehmen Deutschlands gearbeitet. Ein Begriff der dort ständig fiel war „Nachhaltigkeit“.
Ohne dass ich es bewusst wollte, übernahm auch ich diesen Begriff sofort, da er ja in das feste Vokabular des Unternehmen gehörte und ich ein grobes Gefühl hatte, was er bedeuten sollte.Während einer kurzen Kaffeepause überdachte ich den Begriff jedoch noch einmal genauer: Was meint die Geschäftsführung wirklich damit? Die Arbeit soll nachhalten?
Ich weiß, sie meinen, man soll nicht nur für den Moment arbeiten, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone" src="http://www.bizinformer.com/50226711/19104119.jpg" alt="watercooler talk" width="350" height="233" /></p>
<p>Ich habe gerade zwei Tage recht intensiv auf einer Konferenz für eines der größten Handels- und Touristikunternehmen Deutschlands <a href="http://kj-deuser.de/html/onstage_moderation.html">gearbeitet</a>. Ein Begriff der dort ständig fiel war <a title="Nachhaltigkeit auf Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nachhaltigkeit">„Nachhaltigkeit“</a>.<span id="more-76"></span></p>
<p>Ohne dass ich es bewusst wollte, übernahm auch ich diesen Begriff sofort, da er ja in das feste Vokabular des Unternehmen gehörte und ich ein grobes Gefühl hatte, was er bedeuten sollte.Während einer kurzen Kaffeepause überdachte ich den Begriff jedoch noch einmal genauer: Was meint die Geschäftsführung wirklich damit? Die Arbeit soll nachhalten?<br />
Ich weiß, sie meinen, man soll <strong>nicht nur für den Moment arbeiten</strong>, sondern die langfristigen Ziele im Auge behalten. Langfristige Kundenbindung, Arbeits- und Produktionsprozesse, die skalierbar sind also erweiterbar sind, Investitionen, die nicht nur die momentane Marktsituation verbessern, sondern sich auch im Long Run rechnen.</p>
<p>Vielleicht wäre <strong>„Nachhalligkeit“</strong> der bessere Begriff?<br />
Klingt aber nicht so gut. Gut, dann eben Nachhaltigkeit….</p>
<p><strong>Wie sieht es denn mit dieser Nachhaltigkeit im Comedygeschäft aus?</strong></p>
<p><!--more-->Manchmal glaub ich: von solchen Begriffen hat in unserem Geschäft noch keiner was gehört. Warum auch?! Ein Gag wird für den Moment gemacht. Ich will als Künstler, dass der Zuschauer jetzt, hier, sofort lacht.<br />
Besonders bei Fernsehformaten zählt letztendlich nur die <a href="http://www.dwdl.de/article/story_16524,00.html">Quote</a>, d.h. wie viele Menschen lachen und schauen jetzt zu. Und nicht: wie viele Menschen lachen später darüber.<br />
Was habe ich denn als Künstler davon, wenn jemand erst zu Hause lacht???<br />
Wenn ich genau überlege – eine ganze Menge.<br />
Was gibt es Besseres, als das sich Menschen noch lange nach deinem Auftritt über dich unterhalten und sogar noch über dich lachen?</p>
<p><strong>Erfahrungsbeispiel:</strong><br />
Vor vielen Jahren hat mich mal ein junger Typ in Köln angesprochen: „Hey Knacki (damals hieß ich noch offiziell so), wir haben vor drei Wochen einen Auftritt von dir und den <a title="Die Niegelungen" href="http://www.kj-deuser.de/html/onstage_archiv_niegelungen.html">Niegelungen</a> gesehen. Fand ich ganz o.k.“<br />
„Oh Gott“, dachte ich mir, „was muss ich mir jetzt wieder anhören?“<br />
Wie erwartet legte er nach: „Eine Woche später habe ich aber gemerkt, dass ich immer noch lachen musste, mittlerweile versuchen meine Freundin und ich allen Freunden euere Nummern vor zu spielen. Je häufiger ich über diesen Abend nachdenke umso mehr muss ich lachen. Egal wo ihr das nächste mal spielt – wir kommen!“<br />
DAS nenn ich mal Nachhaltigkeit!</p>
<p><strong>Live</strong><br />
Natürlich brauchst du als Comedian den direkten Lacher, sonst wäre es auch keine Comedy-Veranstaltung, aber jeder Comedian, der die Menschen nicht nur unterhalten sondern auch bewegen oder „berühren“ möchte, braucht diese Nachhaltigkeit.<br />
Die Menschen müssen noch später über dich reden. Nur dann kommen sie über einen langen Zeitraum zu deinen Shows. Und das erreicht man meiner Meinung nach nur über Qualität und Originalität.</p>
<p><strong>TV</strong><br />
Gerade diese zwei eben genannten Faktoren übersieht das Fernsehen gerne einmal, bedeuten sie doch mehr redaktionelle Arbeit und die kostet Geld.<br />
Dabei es gibt klare Bespiele wie wichtig diese Nachhaltigkeit für den Erfolg einer Sendung ist.<br />
Bestes Beispiel: <a title="Stromberg auf MySpass" href="http://www.myspass.de/myspass/portal/macros/shows/stromberg/staffel3/index.html?id=1096">Stromberg</a><br />
Stromberg war und ist kein Quotenrenner und trotzdem ein Erfolg. Die Produktionsfirma hat sich nämlich nicht von einer aufwendigen Bucharbeit und einem tollen Cast abbringen lassen und wurde nach den ersten Quoten auch nicht sofort nervös.<br />
Doch weil das Produkt gut war, haben die <strong>Zuschauer darüber gesprochen</strong> und haben das Format durch den DVD-Verkauf zum Erfolg werden lassen. Es folgte die zweite Staffel und demnächst die Dritte. Zusätzlich kommt bald der erste Film und wer weiß vielleicht geht irgendwann Stromberg sogar live auf Tour.</p>
<p><strong>Das ist Erfolg und zwar nachhaltig!</strong></p>
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		<title>Wie löse ich ein Problem von dem ich überhaupt keine Ahnung habe?!! (Teil 3/3)</title>
		<link>http://www.deuserordie.de/2008/07/08/wie-lose-ich-ein-problem-von-dem-ich-uberhaupt-keine-ahnung-habe-teil-33/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Jul 2008 19:15:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KJ Deuser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thinktank]]></category>
		<category><![CDATA[bild]]></category>
		<category><![CDATA[Niegelungen]]></category>
		<category><![CDATA[pressefoto]]></category>
		<category><![CDATA[titel]]></category>

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		<description><![CDATA[
Das Grundproblem in vielen Lebenssituation liegt im Anfangen, durfte ich in Teil 1 herausfinden. Wie wichtig es ist doch endlich mal loszulegen zeigt Teil 2 der Serie. Im dritten Teil nun gibt es ein paar Tipps, wie man sich den Anfang leichter machen kann.
Teil 3: Tipps zum Anfangen
Mein persönlicher Erfolgsfaktor Nr. 1 für Problemlösungen lautet: Einfach mal anfangen! Trotzdem ist ja jeder Mensch (sogar ich…) dankbar über jeden weiteren Tipp.

Eigene Erfahrung:
Nur die Idee für eine Show oder eine Band war mir immer zu wenig. Wenn ich aber warte bis ich ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-medium wp-image-68" title="comedyposters" src="http://www.deuserordie.de/WP/wp-content/uploads/2008/07/comedyposters-300x225.jpg" alt="" width="350" height="262" /></p>
<p>Das <strong>Grundproblem</strong> in vielen Lebenssituation liegt im Anfangen, durfte ich in <a title="Teil 1" href="http://www.deuserordie.de/2008/07/02/wie-lose-ich-ein-problem-von-dem-ich-uberhaupt-keine-ahnung-habe/">Teil 1</a> herausfinden. Wie wichtig es ist doch <strong>endlich mal loszulegen</strong> zeigt <a title="Teil 2" href="http://www.deuserordie.de/2008/07/04/wie-lose-ich-ein-problem-von-dem-ich-uberhaupt-keine-ahnung-habe-teil-23/">Teil 2</a> der Serie. Im dritten Teil nun gibt es <strong>ein paar Tipps</strong>, wie man sich den Anfang leichter machen kann.</p>
<p><strong>Teil 3: Tipps zum Anfangen</strong></p>
<p>Mein persönlicher Erfolgsfaktor Nr. 1 für Problemlösungen lautet: Einfach mal anfangen! Trotzdem ist ja jeder Mensch (sogar ich…) dankbar über jeden weiteren Tipp.</p>
<p><span id="more-67"></span></p>
<p><strong>Eigene Erfahrung:</strong><br />
Nur die Idee für eine Show oder eine Band war mir immer zu wenig. Wenn ich aber warte bis ich alles geplant habe, ist es zu spät.</p>
<p>Ich habe immer dann Termine für die Premiere einer neuen Show festgelegt, wenn ich zu mindest einen <strong>Titel und ein Pressefoto</strong> für eine Show hatte. Allein weil ich zwei Dinge gesucht habe, die irgendwie zusammen passen mussten, habe ich mich gezwungen, mich mehrere Tage mit einem Thema auseinander zu setzen. Ganz davon abgesehen, sind diese zwei Faktoren geradezu das <strong>Nonplusultra jeder Projektplanung</strong>.<br />
Ein Titel ist nicht zu unterschätzen (Facharbeit, Diplomarbeiten, Band, Buch), weil er die Essenz der Arbeit darstellt. Und ein Pressefoto gibt dir und den Interessenten ein erstes Bild wie du oder die Show aussehen könnte.. (Es spielt überhaupt keine Rolle, ob die Show am Ende tatsächlich so aussieht.)</p>
<p><strong>Weiteres Beispiel:</strong><br />
Seit Jahren wollen wir unsere erste <strong>Theatergruppe </strong>(<a title="Dei Niegelungen" href="http://www.kj-deuser.de/html/onstage_archiv_niegelungen.html">Die Niegelungen</a>) wieder zu einem kleinen <strong>Comeback</strong> zusammenbringen. Aber weil wir nie einen Termin ausgemacht haben, hat es nie geklappt. Wir hatten zwar eine Idee für die Show, aber uns  fehlte ein zweiter Faktor, der uns antrieb. Vor nicht all zu langer Zeit hatten wir dann plötzlich eine Idee wie wir die Show PR-mäßig einführen könnten und dieser zweite Faktor hat gereicht, dass wir den ersten Termin ausgemacht haben.<br />
Das erstaunliche ist, seit wir den Termin festgemacht haben, haben wir schon viermal so viele Ideen für neue Nummern als in den vier Jahren zuvor.</p>
<p><strong>Hat man den ersten Schritt einmal gemacht, läuft oft vieles wie von selbst ab. </strong>Das einzige Problem ist nur: Es gibt leider aber noch einen zweiten Faktor, der (fast) genauso wichtig ist: <strong>Durchhalten!</strong></p>
<p>Dazu gibt es dann in absehbarer Zeit Texte. (Ich weiß nur noch nicht wie ich anfangen soll…;)</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p><strong><em></em></strong></p>
<p><strong><em>Nachtrag: PR Idee zum Niegelungen-Revival</em></strong></p>
<p><em>Wir haben Do, Fr, Sa ein Theater in unserer <a title="Kowelenz" href="http://www.youtube.com/watch?v=KqcyvyNgcSM">Heimatstadt</a>, angemietet. Der Veranstalter bringt ¼ jährig ein Programmheft raus. Zum Herbst bieten wir Donnerstag und Freitag als Termine an. Für Donnerstag verkaufen wir aber keine Tickets, denn das wird unsere Generalprobe vor geladenem Publikum, Freunden und großen Fans.<br />
Wenn jemand den Donnerstag anfragt, wird ihm gesagt: dieser Termin sei schon ausverkauft.<br />
Wir gehen davon aus, dass wir den Freitag alleine locker ausverkauft bekommen.<br />
Im nächsten Heft liest man dann schon von zwei ausverkauften Terminen und wegen der großen Nachfrage gibt es einen Zusatztermin. Und glaubt mir, nichts wirbt besser als der Zusatz „ausverkauft“. Allein das garantiert uns auch einen ausverkauften Samstag.</em></p>
<p><em>Der Vorteil dieser Strategie ist: wenn alles schief geht, können wir uns die nächsten 10 Jahre damit trösten, dass wir zu mindestens eine großartige Verkaufsidee hatten.</em></p>
<p><span style="color: #cc99ff;"><em>Bild: </em></span><span style="color: #cc99ff;"><em>PuRleOoZe</em></span><span style="color: #cc99ff;"><em> @ Flickr</em></span></p>
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